NATO: Plant die NATO einen Ost-Feldzug von Bremerhaven aus

Veröffentlichungsdatum: 09 01 2017, 19:47

Dabei gibt es nichts Neues. Die Entscheidung sei beim Nato-Gipfel in Wales 2014 getroffen und in Hannover 2016 bestätigt worden. Fenenko erinnerte daran, dass laut der Russland-NATO — Grundakte von 1997 die Nato versprochen habe, keine großen Truppenkontingente auf dem Territorium der neuen Mitglieder der Allianz zu stationieren. Jetzt wird diese Vereinbarung verletzt. Was die daraus erstehende Gefahr für Russland betrifft, so sagte der Experte Folgendes:

„Aus militärischer Sicht taugt eine solche Gruppierung sicherlich nicht für einen großen Krieg, sie ist nicht gefährlich. Sie könnte allerdings eine Bedrohung für die russische Region Kaliningrad darstellen. Aber ich hoffe, dass man in der Nato versteht, dass ein solcher Konflikt schnell in einen großen Krieg zwischen Russland und der Nato hinüberwachsen würde. Die Gruppierung von mehreren tausend Menschen, die wir sehen, würde in wenigen Tagen vernichtet sein.“


Es gebe indes diplomatische Folgen, betonte der Experte. Eine davon sei der vollständige Zusammenbruch der Russland-NATO- Grundakte. Gerade in diesem Jahr jähre sich die Unterzeichnung dieses Dokuments zum 20. Mal, und seine Wiederunterzeichnung stehe offenbar nicht bevor. D.h. die NATO beginne, ihre militärische Infrastruktur in der Ostsee-Schwarzmeer-Region auszubauen. Es gebe auch andere Folgen:

„Deutschland wurde nicht zufällig gewählt. Das Hauptziel besteht darin, Russland und Deutschland schrittweise zu konfrontieren, und Deutschland schließlich in ein antirussisches Bollwerk in Europa zu verwandeln. Gerade das ist es, was wir in den letzten Jahren seit der Machtübernahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel beobachten. Alle militärischen Potentiale der NATO-Länder stehen unter Kontrolle der Vereinigten Staaten. Deutschland bleibt ein Land mit begrenzter Souveränität und kann nicht den Abzug der ausländischen Truppen von seinem Territorium fordern.“

Die Verlegung der Militärgruppierung nach Bulgarien und Ungarn habe auch ihre Gründe, betonte der Experte. In Bulgarien stießen die USA zum Schwarzen Meer vor. Diese Strategie sei schon unter der Clinton-Regierung im Jahr 1997 geplant worden, als die Amerikaner sich die Aufgabe gestellt haben, in der westlichen Schwarzmeerregion unabhängig von der Türkei einen Militärstützpunkt zu errichten. „Dann werden die USA automatisch zu einer Schwarzmeermacht und werden bei der Türkei die Genehmigung für die Durchfahrt von Schiffen durch die Schwarzmeerstraßen nicht einholen. Vielleicht geht es um die Vorbereitung des bulgarischen Hafens Burgas oder eines anderen am Schwarzen Meer.“

Was Ungarn betrifft, so seien die USA schon lange wegen der russisch-ungarische Annäherung besorgt. „Ungarn entwickelt sich zu einem Partner Russlands in Europa. Um die positiven Kontakte zwischen Moskau und Budapest zu schwächen, braucht man eine Provokation“, so der Experte.