«Es ist nur noch erbärmlich» — Deutsche Anschuldigungen aus Politik und Medien über «russische Hackerangriffe»

Veröffentlichungsdatum: 10 01 2017, 03:29

Die Berliner Politik echauffiert sich über die angeblichen russischen Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs und befürchtet ähnliche Diskreditierungen wie bei Clinton.

Von Marco Maier

Jene, die tagein tagaus versuchen, Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu diskreditieren, echauffieren sich über die (zu Recht erfolgte) Diskreditierung Hillary Clintons während des US-Präsidentschaftswahlkampfs und der parteiinternen Vorwahlen. Während es genügend Hinweise und Anhaltspunkte für interne Lecks gibts, behaupten die Fake-News-Verbreiter von Geheimdiensten, Establishment und Mainstream-Medien weiterhin, dass Russland hinter den DNC-Leaks und den Podesta-Mails stecke, welche das kriminelle Gebahren von Hillary Clinton und anderen hochrangigen Mitgliedern der Demokratischen Partei offenlegten.

 


 

Ganz vorne mit dabei ist die Berliner Politik. «Gezielte Propaganda und Hackerangriffe aus dem Ausland werden eine große Herausforderung für den deutschen Wahlkampf sein», sagte beispielsweise SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der «Süddeutschen Zeitung». Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), der für den nächsten Bundestag kandidieren wird, nannte die Vorwürfe gegen Russland, die Wahlen in den USA beeinflusst zu haben, «besorgniserregend». Befürchtet man vielleicht etwa, dass etwaige «Hacker» (oder interne Lecks) schmutzige Geheimnisse der etablierten Politiker aufdecken könnten? Was haben diese Politiker zu verbergen, dass sie diese Kampagne vorantreiben?

Selbst wenn Moskau, welches die Vorwürfe der Hackerattacken stets zurückwies, darin involviert gewesen sein sollte – was wäre daran verwerflich? Seit Jahr und Tag mischt sich der Westen in die russische Politik ein, finanziert Pseudo-Oppositionsgruppen und -parteien, diverse zivilgesellschaftliche Organisationen und Medien im größten Land der Welt. Die nun aufgebotene Heuchelei der westlichen Eliten und Meinungsmacher – weil Clinton verlor und Trump gewann – ist einfach nur noch erbärmlich.