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Türkische Soldaten. Bild: Youtube

 

Ankara versetzt die Armee in Alarmbereitschaft. Angesichts der jüngsten Eskalation mit Russland will die türkische Regierung nun in Syrien neue Tatsachen schaffen und mit Söldnern einmarschieren.

Quelle: Contra Magazin

Von Marco Maier

 

In einem Brief an die Vereinten Nationen erklärt die türkische Regierung, dass der «Islamische Staat» von syrischem Boden aus mehrere Angriffe und Anschläge auf die Bevölkerung der Türkei verübt habe und die syrische Regierung nicht fähig sei, diese Angriffe zu verhindern. Deshalb werde die Türkei gemäß Artikel 51 der UN-Charta nun alles Notwendige unternehmen, um die Sicherheit der Türkei zu gewährleisten.

 

Schon früher gab es seitens der türkischen Regierungsvertreter immer wieder Ankündigungen eines Einmarsches in das südliche Nachbarland. Nun werden diese Pläne wohl mit Söldnern in die Tat umgesetzt. Ankara hatte schon zuvor eine mehrere Kilometer tief in das syrische Territorium reichende «Sicherheitszone» deklariert, die als Puffer zwischen den auf syrischem Gebiet operierenden Kräften und der Türkei dienen soll.

 

Sollte die Türkei diese Ankündigung in die Tat umsetzen, dreht sich die Eskalationsspirale noch weiter. Denn weder die (angeblichen) Angriffe des «Islamischen Staates», noch der vorgeschobene Schutz der Turkmenen, die ohnehin vorwiegend im von Damaskus kontrollierten Teil leben, rechtfertigen einen solchen Schritt Ankaras. Erdogan will lediglich neue Tatsachen schaffen und so sein Ziel des Sturzes von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad in die Tat umsetzen.

 

Dabei dürften die türkischen Truppen jedoch auch den Russen in die Quere kommen, wodurch der aktuelle türkisch-russische Konflikt eine neue Eskalationsstufe erreichen könnte. Denn Russland kündigte an, künftig jede Bedrohung für die legal in Syrien operierende Luftwaffe gnadenlos zu eleminieren. Dies betrifft auch die türkischen Einheiten.