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Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Bild: IRNA

 

Für den russischen Aussenminister Lawrow ist der Abschuss der SU-24 eine «geplante Provokation». Laut dem russischen Verteidigungsministerium überflog der Kampfjet nur 17 Sekunden lang türkisches Staatsgebiet.

Quelle: Contra Magazin

Von Redaktion/dts

 

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat den Abschuss eines russischen Kampfjets nahe der syrisch-türkischen Grenze als «geplante Provokation» der Türkei bezeichnet. «Wir haben ernste Zweifel daran, dass das unbeabsichtigt war», sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau. Russland werde nach dem Abschuss nun aber keinen Krieg gegen das Nato-Mitglied Türkei führen, so Lawrow weiter.

 

Der russische Bomber, den türkische Kampfflugzeuge am Dienstag nahe der syrisch-türkischen Grenze abgeschossen hatten, wurde über syrischem Territorium getroffen und befand sich offenbar nur für kurze Zeit im türkischen Luftraum. Zu diesem Schluss kommt das Verteidigungsministerium in einer geheimen Analyse für das Oberkommando der NATO, die «Bild» vorliegt. Darin heißt es: «Nach bisherigen Informationen befanden sich die russischen Maschinen zunächst in einer Flugrichtung parallel zur türkischen Grenze (Abstand rd. 10-15 km). Nach einer Linkskurve kam es zu einem kurzzeitigen Eindringen in den türkischen Luftraum (rd. 2-4 km – entspricht einer Flugzeit von rd. 17 Sekunden). Türkische Kampfflugzeuge des Typs F-16 haben nach türkischen Verlautbarungen die Maschine durch mehrere Warnungen angerufen. Dies wurde durch USA Quellen bestätigt.»

 

Dass die russischen Bomberpiloten absichtlich die türkische Grenze verletzt haben, glaubt man im Verteidigungsministerium nicht. Im Bericht heißt es dazu: «Absichtliche Grenzverletzung durch Russland ist nicht im russischen Interesse, weil entgegen der russischen Bestrebung einer umfassenden Anti-Terror-Allianz und Schwächung des derzeit wiedererstarkenden russischen Ansehen in der Politik.» Auch innerhalb der Nato gehe man davon aus, dass die Luftraumverletzung durch Russland «unabsichtlich» geschah.