Einen Tag nach dem Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow nach eigenen Angaben einen Anruf vom seinem türkischen Amtskollegen bekommen, der ihm sein Beileid ausgesprochen hat. Lawrow dazu: „Besser später als nie.“

Quelle: SputnikNews

 

„Ich habe gerade mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu telefoniert, der erst gestern ernannt worden war und umgehend um ein Telefonat gebeten hatte“, teilte Lawrow am Mittwoch in einem Medieninterview mit. „Wir hatten gestern von der türkischen Seite Erklärungen auf höherer Ebene erwartet.“

 

„Der türkische Außenminister sprach zum Auftakt sein aufrichtiges Beileid zum Tod von russischen Soldaten aus und äußerte sein Bedauern zu dem Vorfall“, sagte Lawrow.

 

Ein russischer Jagdbomber vom Typ Su-24 war am Dienstagvormittag mit einer türkischen Luft-Luft-Rakete abgeschossen und in Syrien, rund vier Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, abgestürzt. Einer der Piloten wurde offenbar getötet, der zweite konnte lebend gerettet werden.

 

Der Jet flog Angriffe gegen Stellungen der  Terrormiliz „Islamischer Staat“ in der syrischen Provinz Latakia,  als er von der türkischen Rakete getroffen wurde. Nach türkischen Angaben verletzte die Maschine den Luftraum der Türkei. Moskau bestreitet das. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist der Jet ununterbrochen im syrischen Luftraum geflogen.

 

Nach dem Abschuss setzte die Türkei die Nato und die USA über den Vorfall sofort in Kenntnis, jedoch nicht Russland. Im Zusammenhang mit dem Vorfall hat Russlands Präsident Wladimir Putin ernsthafte Konsequenzen für die Beziehungen mit der Türkei angekündigt. Außenminister Sergej Lawrow sagte den für Mittwoch geplanten Türkei-Besuch ab.

 

Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September auf Bitte der Regierung in Damaskus Angriffe gegen die Terrororganisationen IS und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Russische Jets haben laut Angaben aus Moskau bereits mindestens 2.700 Ziele zerbombt und Hunderte Dschihadisten getötet. Täglich würden mehr als 140 Angriffe gegen die Terroristen geflogen.