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Alexander Neu

 

Hinter dem Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei sieht Alexander Neu womöglich einen Versuch, eine Annäherung Russlands mit dem Westen zu verhindern. In einem Gespräch mit Sputnik verwies der Bundestagsabgeordnete und sicherheitspolitische Experte der Linken, darauf, dass die Türkei selber die syrischen Grenzen immer wieder verletzt.

 

Ein russischer Jagdbomber Typ Su-24 war am Dienstag mit einer türkischen Luft-Luft-Rakete abgeschossen worden, als er Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in der syrischen Provinz Latakia bombardierte. Einer der beiden Piloten kam dabei ums Leben. Nach türkischen Angaben verletzte die Maschine den Luftraum der Türkei. Moskau bestreitet das.

 

„Die Türkei verletzt selber das syrische Territorium im Luftraum, auch auf dem Boden immer wieder, und unterstützt dort auch die Aufständischen — unter anderem auch die Islamisten“, sagte Neu in einem Gespräch mit Sputnik. „Die Türkei sollte sich also angesichts der eigenen Völkerrechtsbrüche,  die sie gegenüber Syrien begeht,  in Fragen des Völkerrechtsbruchs oder Verletzung des eigenen Territoriums sehr wohl zurückhalten.»

 

Neu schloss nicht aus, dass „die Türkei bewusst diesen Fall provoziert hat, um die Annäherung Russlands mit dem Westen, mit Blick auf die Bekämpfung des IS, zu torpedieren“.

 

Er würde es durchaus nachvollziehen können, wenn Russland — in Übereinstimmung mit der syrischen Regierung — erklären würde, dass jegliches Eindringen türkischer Kräfte, sei es am Boden, sei es in der Luft oder zur See, in syrisches Hoheitsgebiet als eine Verletzung des syrischen Territoriums betrachtet würde und dem entsprechend militärisch entgegen gehalten werde, sagte der deutsche Politiker.

 

Die Nato sollte sich optimal „massiv zurückhalten“, denn sie sei „Teil des Problems und löst das Problem nicht“. Das Bündnis sollte die Türkei, die „exzessiv an der Gewalteskalation in Syrien beteiligt ist, zur Ordnung aufrufen und dazu beitragen, dass die Türkei nicht länger auf der einen Seite den IS bekämpft und auf der anderen Seite füttert und unterstützt“.

Quelle: SputnikNews