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Bjorn Nistad

 

Während die NATO-Mitgliedsländer sich zum Kampf gegen die Terroristischen Organisation IS mobilisieren, hat die Türkei ihre Hände in Unschuld gewaschen und verbietet sogar, das Territorium zu durchqueren. Politologe und Schriftsteller Bjorn Nistad äußert sich folgendermaßen dazu.

 

Er ist der Meinung, dass mit Abschuss des russischen Kampfjets, die Türkei offen ihre Unterstützung an die IS-Kämpfer zugesichert hat, weswegen das Land, seiner Meinung nach, aus der NATO ausgestoßen werden müsste.

 

„Die NATO deklarierte mehrmals, dass sie die islamistischen Terroristen bekämpfen wird. Die Türkei, als Nachbarland Syriens und NATO-Mitglied, hätte sich zu der Operation anschließen können. Aber stattdessen verbot die Türkei den ausländischen Kampfjets, darunter auch der NATO- und den Mitgliedern der Anti-Terror-Koalition, ihren Luftraum zu durchqueren. Gleichzeitig will sie nicht an der Operation teilnehmen“, sagt Bjorn Nistad.

 

Der Politologe führt weiter aus, dass sich die Türkei einen Krieg gegen die Russische Föderation nicht vorgenommen hat. Wenn an der Stelle der russischen SU-24 ein französisches Flugzeug gewesen wäre, hätte es dasselbe Schicksal erlitten.

 

„Dies gibt der NATO das Recht, die Türkei aus der Allianz auszuschließen. Außerdem gibt es keine Beweise, dass das russische Flugzeug im türkischen Luftraum abgeschossen wurde“ so der norwegische Politologe.

 

Er unterstrich, dass die Türkei die Kämpfer sogar dahingehend unterstützt, dass sie bei den Terroristen billiges Öl kauft, Waffen nach Syrien liefert und die kurdische Partei „Demokratische Bündnis in Syrien“ bedrängt, die übrigens auch gegen IS-Terroristen kämpft. Mit der NATO-Sondersitzung versucht die Regierung der Türkei, sich als unschuldig bei dem Abschuß der SU-24 zu stellen.

 

„Es sieht so aus, als wollte die Türkei auf diese Weise die Verantwortung für den Abschuß auf die Schulter der Koalition verlagern. Der geschehene Vorfall kann zurzeit nur Anlass zum Ausschluß aus der Koalition sein“ sagt Bjorn Nistad.

 

Der Politologe meint, dass sich nicht alle NATO-Staaten an der Verteidigung der Türkei beteiligen werden.

 

„Der türkische Präsident Erdogan unterscheidet sich von anderen Präsidenten der NATO-Länder mit Autaritarismus. Selbst Weißrusslands Staatschef Lukaschenko sei viel demokratischer. Allerdings stellen sich die USA der Türkei schützend zur Seite.

 

Aber auf diesem Hintergrund wird es zweifelhaft bleiben, dass auch Amerikaner tatsächlich gegen den IS kämpfen. Wenn die Türken nur ahnten, dass die USA sich als Feinde der Terroristen IS sähen, hätten sie sicher kein Flugzeug eines Landes abgeschossen, das gegen den IS kämpft“ sagte Politologe.

 

Der Politologe hat die Hoffnung Ausdruck gegeben, dass trotz allerVersuche der USA, Russland zum Aggressor zu machen und trotz unwahrer Meldungen über Opfer der Zivilbevölkerung von Angriffen der russischen Luftwaffe, andere NATO-Mitglieder die Lage korrekt beurteilen und die Türkei für das abgeschossene russische Flugzeug bestrafen“.

 

Quelle auf Russisch: Izwestia