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TTIP ist unverändert ein Verhandlungsbereich mit sieben Siegeln. Jüngst tagte die TTIP-Verhandlungsrunde in Miami. Die zwölfte Runde steht Ende Januar an. Zwei wissenschaftliche Studien aus den USA entlarven einiges.

Quelle: KOPP

 

Auch Bert Rürup, sonst eher für Standard-Ökonomie bekannt, hat sich jetzt zum sogenannten Freihandelsabkommen geäußert. In der Premiumversion des Handelsblatts heißt es: Warum der Vertrag nicht gut ist: TTIP ‒ so nicht!. Ihm kommt die Arbeit des wissenschaftlichen Dienstes des US-Landwirtschaftsministeriums zuvor:

 

Hier heißt es klar, dass die USA durch zusätzliche Agrarexporte nach Europa im Vergleich zum Basisjahr 2011 5,1 Milliarden Euro erzielen würden. Die EU hingegen profitiere mit einem Mehrexport von 0,7 Milliarden Euro.

 

3,8 Milliarden mehr verdienen die US-Produzenten, wenn die »nichttarifären Handelshemmnisse«, zu denen ich in Die große Enteignung bereits geschrieben habe, beseitigt werden. Es geht vor allem um Schweinefleisch.

 

Derzeit dürfen die USA kein Schweinefleisch in die EU exportieren. In den USA wird das Wachstumshormon Ractopamin eingesetzt, auf das wir uns hier dann ebenfalls einstellen dürfen.

 

Kritisch sehen die US-Händler ebenso die EU-Hygienevorschriften zu Trichinen. Auch hier freut sich dann zumindest eine Seite: die US-Erzeuger. In der EU sollen dafür die Preise rutschen.

 

Ist dies allerdings ein Vorteil? Für gentechnisch veränderte Organismen? Ökonomen sagen ja. Wir Verbraucher können ja selbst entscheiden. Dafür steigt der Wohlstand. Doch auch hier hat das Landwirtschaftsministerium in den USA genauer hingesehen und einen ernüchternden Fakt errechnet:

 

Das Bruttoinlandsprodukt soll auf beiden Seiten des Atlantiks wachsen. Um »bis zu 0,33 Prozent«. Von diesem ernüchternden Ergebnis werden Sie indes ‒ wahrscheinlich ‒ nirgends lesen. Derzeit wird TTIP von vielen Seiten für die »Fortschritte« gelobt.