Image: 0178239284, License: Rights managed, Salih Muslim, co-president of the Syrian Kurdish Democratic Union Party (PYD), speaks during an interview in Marseille, southern France, on December 1, 2013. PYD, the biggest Kurdish armed group, wants to establish an autonomous Kurdish state within a federal Syria and a commission is already writing the constitution of this potential state, Muslim told AFP. Syrian Kurds in the war-torn country's northeast announced last month the formation of a transitional autonomous administration after making key territorial gains against jihadists. But several major Kurdish groups have not signed on to the declaration, which comes amid a general strengthening of Kurdish rights in neighbouring Turkey, and increasing moves towards independence by Iraq's own autonomous Kurdish region., Place: FRANCE, Model Release: No or not aplicable, Credit line: Profimedia.com, AFP
Der Chef der syrischen YPG, Salih Muslim, der heute in der Türkei lebt, hat die Ideale von Abdullah Öcalan verraten und hat sich mit Frankreich, Großbritannien und Israel verbündet. Er beabsichtigt, an dem Projekt der Kolonisierung im Norden von Syrien und an der Vertreibung von 10 Millionen Kurden der Türkei in dieses neue Land, teilzunehmen.

 

Die Türkei war schlecht beraten, als sie das russische Flugzeug abschoss, das ihren Luftraum während 17 Sekunden verletzt hatte. Die Operation, die entworfen wurde, um Russland deutlich zu machen, dass es nicht in den dritten Syrien-Krieg eingreifen sollte -um einen kolonialen Staat im Norden des Landes zu erstellen und in den die Kurden der Türkei transferiert werden sollten- hat den gegenteiligen Effekt gehabt. Moskau verstärkt sein Luftabwehr-Gerät in Syrien und isoliert die Türkei. Ankara verliert den Genuss des geheimen mündlichen Abkommens mit Hafez Al-Assad. London, Paris und Tel Aviv wissen nicht mehr, wie sie ihren Plan weiter verfolgen können.

 

Quelle: Voltairenet#

von Thierry Meyssan

 

 Am Ende des türkischen Bürgerkrieges drohte die Türkei, mit Hilfe der NATO in Syrien einzufallen, falls Syrien dem PKK-Führer, Abdullah Öcalan, dauerhaftes Asyl gewähren sollte. Präsident Hafez Al-Assad bat dann den PKK-Führer, ein anderes Asyl zu finden und musste sich einer mündlichen Vereinbarung mit der Türkei fügen. Es wurde vereinbart, dass die türkische Armee in das syrische Gebiet, in einen Landstreifen von 8 km Tiefe eindringen dürfte, um sicherzustellen, dass die PKK nicht von dem syrischen Gebiet aus Mörsergranaten abschießen kann.

Seit Beginn der aktuellen Aggression gegen Syrien hat die türkische Armee dieses Abkommen benutzt und missbraucht, nicht um PKK Angriffe zu verhindern, sondern um Dschihadisten-Trainingslager einzurichten.

 

Oktober 2015, als der russische Feldzug begann und Salih Muslim den Norden Syriens mit Gewalt zu kurdisieren begann, kündete der berühmte türkische Whistleblower Fuat Avni auf seinem Twitter-Konto an, dass die Türkei die Zerstörung eines russischen Flugzeugs vorbereite. Sie fand am 24. November statt.

 

Aus der Perspektive des dritten Krieges gegen Syrien [1] ging es darum, Russland einen Hinweis zu geben, dass es lediglich Damaskus und Latakia verteidigen, und den Rest des Landes in den Händen der Türkei und ihrer Verbündeten lassen soll.

 

Technisch gesehen wird die Luftverteidigung der Türkei, wie die von allen NATO-Mitgliedstaaten, durch das Kombinierte Operations-Flugbetriebs-Zentrum (CAOC) von Torrejón (Spanien) koordiniert. Der Stabschef der türkischen Luftwaffe, General Abidin Ünal, hätte also den Kommandanten des CAOC, General Rubén García Servert vorzeitig informieren müssen. Es ist nicht bekannt, ob das geschah [2]. Wie dem auch sei, Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestätigte, dass er persönlich den Befehl zur Zerstörung gegeben habe.

 

Der russische Generalstab hatte zuvor die Flug-Pläne seiner Flugzeuge der NATO bereitgestellt, damit das Bündnis und die Türkei nicht ignorieren konnten, dass, im Gegensatz zu den türkischen Behauptungen, das Flugzeug ein Russisches war. Darüber hinaus hob ein AWACS der NATO von der griechischen Base Aktion (nahe von Preveza) ab, um das Gebiet zu überwachen [3].

 

Die russische Armee bombardierte die Brigade von Sultan Abdulhamid – nach dem Namen des letzten osmanischen Sultans, berühmter Mörder der Christen des Orients -. Seit Beginn des Krieges gegen Syrien hat der türkische Geheimdienst nicht aufgehört, die Milizen der Turkmenen vom Norden von Syrien mit Waffen zu beliefern und sie zu instrumentieren. Die türkische Presse sprach von einem Transfer von mindestens 2 000 LKW voller Waffen und Munition — was Präsident Erdoğan zugegeben hat [4] — wovon der wesentliche Anteil von den turkmenischen Milizen sofort an Al-Kaida verteilt wurde. Diese Milizen haben im Jahr 2011 die 80 000 Fabriken und Werkstätten von Aleppo, der syrischen Wirtschafts-Hauptstadt, demontiert und die Werkzeugmaschinen in die Türkei geschickt [5]. Diese Bombardierungen hatten daher nicht die Absicht, im Gegensatz zu den türkischen Behauptungen, Turkmenen zu bombardieren, sondern eine Terrorgruppe zu vernichten, die sich der organisierten Plünderung im Sinne der internationalen Übereinkommen schuldig gemacht hatte [6]. Die russische Bombardierung hatte die Flucht von 1500 Zivilisten und heftige Proteste der Türkei verursacht, [7] die einen Brief an den Sicherheitsrat schickte [8].

 

Der wichtigste Führer der turkmenischen Milizen Syriens, Alparslan Çelik, ist Mitglied der Grauen Wölfe, der türkischen faschistischen Partei, die historisch an die Geheimdienste der NATO gebunden ist [9]. Er behauptete, angeordnet zu haben, die russischen Piloten während ihres Niederganges per Fallschirm abzuschießen [10].

 

Das russische Flugzeug, das zerstört wurde, kam nur 17 Sekunden in den türkischen Luftraum und wurde abgeschossen, als es bereits im syrischen Luftraum war. Da die Türkei den 8 km tiefen Landstreifen als annektiert betrachtet, und ihr ein Recht gemäß dem Abkommen mit dem ehemaligen Präsidenten Hafez Al-Assad gegeben hatte dort einzugreifen, kann sie sich jedoch vorgestellt haben, dass diese Grenzverletzung länger gedauert habe. Wie dem auch sei, um den Suchoi-24 abzuschießen, ist das türkische Flugzeug in den syrischen Luftraum 40 Sekunden lang eingedrungen [11].

 

Russland hatte keine Schutzmaßnahmen für seine Bomber ergriffen, da es glaubte, dass die Türkei am Kampf gegen terroristische Organisationen offiziell beteiligt sei. Umso mehr, als man niemals ein Eindringen von wenigen Sekunden als «Bedrohung für die nationale Sicherheit» betrachtet, und weil die Türkei informiert war, und weil sie selbst täglich den Luftraum anderer Staaten, darunter Zypern, verletzt.

 

Sofort von der Türkei dazu aufgefordert, berief die NATO den Rat des Nordatlantik ein, der nicht imstande war eine Entschließung anzunehmen, sondern lediglich eine kurze Erklärung durch seinen Generalsekretär lesen ließ… mit einem Aufruf zur Deeskalation [12]. Verschiedenen Quellen sprachen dann von tiefen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Rates [13].

 

Die saudische offizielle Presse hat eine Audio-Aufzeichnung eines Aufrufs von türkischen militärischen Fluglotsen veröffentlicht, die das russische Flugzeug vor einem Einflug in den türkischen Luftraum gewarnt hätten [14]. Viele Politiker von der AKP haben diese Aufzeichnung kommentiert und das von der russischen Armee eingegangene Risiko verurteilt. Allerdings hat letztere diese Aufnahme dementiert und bewiesen, dass es eine Fälschung war. Die türkische Regierung stritt dann jegliche Beteiligung an der Verbreitung dieser Aufnahme ab.

 

Präsident Putin beschrieb die Zerstörung des Suchoi-24 als «Dolchstoß in den Rücken». Er beschuldigte öffentlich die Rolle von Ankara in der Finanzierung von Daesh, insbesondere wegen der freien Durchfahrt des gestohlenen Öls durch die Türkei. Das russische Außenministerium bittet die 4,5 Millionen russischen Touristen die geplant hatten, die Türkei zu besuchen, ihre Reise abzusagen und hat die Einreise-Visa für türkische Staatsangehörige restauriert. Per Dekret hat der Kreml jeglichen neuen Vertrag zwischen russischen Stellen oder Personen und türkischen Personen oder Einrichtungen, einschließlich der Beschäftigung von Personal, die Ein- und Ausfuhr von Waren oder sogar Tourismus verboten [15].

 

Um seine Flugzeuge zu schützen, hat Russland vor Ort etwa 30 zusätzliche Jäger bereitgestellt, um die Bomber zu eskortieren. Vor allem hat es Boden-Luft S-400 Raketen auf seinem Militärflughafen Hmaymim (nahe von Latakia) installiert. Mit einer Reichweite von 600 Kilometern können diese Systeme bis zu 160 Ziele zugleich verfolgen und zerstören. Die US-Koalition, darunter Frankreich und die Türkei haben sofort alle ihre Flüge über Syrien eingestellt.

 

Durch diese Elemente können wir schließen, dass die NATO von der Vorbereitung des türkischen Angriffs informiert war und dass sie ihn zuließ. Alles deutet darauf hin, dass Washington, das das Projekt eines Kurdistans in der Türkei unterstützen könnte, aber gegen die Erfindung eines Pseudo-Kurdistan in Syrien ist, sich mit Russland anschickt, den franco-britisch-israelischen Plan zu kontern, wie einst die beiden Großmächte sich gegen die Kolonialisierung des Suez-Kanals (1956) gestellt hatten.