Ukrainer wollen laut Medienberichten ein neues Transportflugzeug des Typs An-178 nach dem berühmt-berüchtigten ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera benennen. Das hat eine Umfrage des Luftfahrtunternehmens Antonow in sozialen Netzwerken gezeigt.
 
Mehr als 2.500 Facebook-User haben dafür gestimmt, dass das neue Transportflugzeug den „völkischen Namen» Bandera tragen soll, wie aus einem Post auf der offiziellen Facebook-Seite des ukrainischen Luftfahrtunternehmens Antonow hervorgeht.

 

Триває конкурс (https://www.facebook.com/antonov.company.ua/posts/769458129848485) на назву для перспективного транспор…

Posted by Антонов on 7 декабря 2015 г.

 

 

Auf Platz zwei landete Sultan Ahmet Han und auf Platz drei der Name Cyborg mit jeweils ungefähr 700 Stimmen. Dennoch ist der Name des ukrainischen nationalistischen Politikers der absolute Favorit. In Russland, aber auch in Polen und im Osten der Ukraine gilt Bandera als Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher.
 
Die Reaktion aus Moskau kam prompt: Russlands für die Rüstungsindustrie zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin kommentierte das Thema in seinem Twitter-Account mit den Worten: „Dann müssen wir unseren Abfangjäger SMERSch» nennen» (SMERSch — von SMERt Schpionam – russisch für „Tod den Spionen“).

 

 

Die beiden ukrainischen Nationalistenorganisationen OUN, zu deren Führungskadern Bandera gehörte, und UPA hatten im Zweiten Weltkrieg in der Westukraine auf der Seite der Wehrmacht gegen die Sowjetarmee und andere Staaten der Anti-Hitler-Koalition gekämpft. Im Sommer 1943 richteten die Nationalisten das Massaker von Wolhynien an der polnischen Zivilbevölkerung an.
 
Selbst ukrainische Historiker gestehen heute die Zahl der polnischen Opfer ein: Bis Ende 1943 wurden 50 000 bis 60 000 Männer, Frauen und Kinder auf unvorstellbar grausame Weise abgeschlachtet.
Am 9. April hatte das ukrainische Parlament (Rada) in einem Gesetz die ehemaligen Mitglieder der beiden Organisationen als Unabhängigkeitskämpfer eingestuft und ihnen gesetzlich weite Sozialprivilegien gewährt. Einige Experten sprachen damals von einer Heroisierung von Nazi-Kollaborateuren.