Anfang Dezember hat die Nordatlantische Allianz auf dem Balkan eine Handlung vorgenommen, die in Moskau als «die Expansion» charakterisiert wurde: nämlich Montenegro bekam die Einladung sich an die NATO anzuschließen. Die Regierung hat diese Einladung fröhlich angenommen, während die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ihre Unzufriedenheit äußerte. Die Proteste dauern bis heute an. Die Hauptstadt Podgorica hat noch ein halbes Jahr, um diese Affäre zu vermeiden.

 

Über die Reaktion in diesem Balkan-Staat auf die Einladung der Mitgliedsländer der NATO, welche Alternative schlägt die Opposition vor, welche Perspektiven haben die Beziehungen zwischen Montenegro und Russland. Im Exklusivinterview mit Andrija Mandić, dem Vorsitzende einer der größten Partei im Land („Neue serbische Demokratie“.)

 

 

NewsFront: Guten Tag, Herr Manditsch. Die erste Frage betrifft ein wichtiges Geschehen, das für die ganze Welt wichtig ist. Montenegro hat am 2. Dezember die Einladung in die NATO bekommen. Was halten sie von dieser Einladung? Was wird mit dem Land passieren, falls Montenegro in die NATO eintreten wird?

 

Andrija Mandić: Die Einladung für Montenegro zum NATO-Beitritt ist ein große Fehler, erstmals deswegen, weil den NATO-Mitgliedsländern bekannt ist, dass zwei Drittel der montenegrinischen Bürger, den Beitritt Montenegros zu dieser Militär-Allianz sich entgegensetzen. Leider haben wir eine Marionetten-Regierung, welche die West-Mächte kontrollieren. Sie motivierten eigentlich unsere Regierung dazu, diese um Einladung in NATO zu bitten. Und dann haben die 28 Staaten diese Entscheidung auf irgendeine forcierende Weise getroffen und die Einladung zugeschickt.

 

Besonderes gefährlich für Montenegro ist, dass die Entscheidung das Parlament gegen des Willens der Bürger getroffen wurde. Eine große Menge von Abgeordneten in unserem Parlament richten sich nicht mehr an die wahre Reglung der Parteien, von denen die gewählt wurden, und folgen den Programmen nicht, auf deren Grundlage sie ihre Abgeordnetenmandaten bekommen haben. Über 15 Prozent der Abgeordneten in unserem Parlament sind unabhängige Abgeordnete, also die Abweichler der Parteien, die die Stimmen bei den vorherigen Wahlen bekommen haben. Und sie nutzten freilich die Möglichkeit, für Schmiergeld ihre Stimme an die angebotene Macht abzugeben.

 

Wir möchten die Situation in Montenegro mit Hilfe des Referendums regeln, das den Rechtsnormen entspricht. Es ist der einzige Entscheidungsweg aus der Krise. Das Referendum sollte selbstverständlich den hohen Standards entsprechen, weil der Weltgemeinschaft Montenegros Machenschaften bei Wahlen bekannt ist. Und das Referendum über den staatsrechtlichen Stand Montenegros wurde im Jahr 2006 auf dieselbe Weise realisiert, wie die Wahlen durchgeführt werden.

 

Es gibt etliche Menschen in Montenegro, die für einen NATO-Beitritt plädieren, aber sie bilden eine Minderheit. Aber nicht weniger Montenegriner wüschen sich ein Militärbündnis mit Russland, damit Montenegro zum Mitleid der OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) wird. Die Mehrheit der Bürgern ist diese Neuaufteilung klar, und sie wollen die militärische Neutralität für Montenegro, damit die Großmächte diese Neutralität garantieren. Für uns, für die orthodoxen Leute, die in Montenegro leben, hat besondere Bedeutung, dass Russland uns die militärische Neutralität garantierte. Russland hat Montenegro die ganze 300 Jahren vom Osmanischen Imperium geschützt. Für uns, für das Volk ist es wichtig, damit im Punkte der Garantien seitens der großen Kräfte, auch die russischen Garantien bestehen.

 

 

NewsFront: Wie sehen Sie die Zukunft der russisch-montenegrinischen Beziehungen angesichts der letzten Geschehnissen in Ihrem Land?

 

Andrija Mandić: Montenegro soll die beste Beziehungen mit Russland aufbauen, so weit dies möglich ist. Ich sage es nicht nur wegen unseren historischen Beziehungen, sondern auch im Hinblick auf die Zukunft. Montenegro ist ein Land des Tourismus, der größte Teil der Touristen, die nach Montenegro reisen, sind hauptsächlich Russen. Außerdem sind sie auch meistes zahlungsfähige Gäste, sie geben wesentlich mehr Geld im Vergleich zu anderen auf der montenegrinischen Küste aus. Unsere Wirtschaft hängt direkt von den russischen Touristen ab. Die größte Investoren in Montenegro, welche Wohnräume kaufen, die die Bauwirtschaft unterstützen und ein wichtiges Geschäftsfeld in Montenegro ausmachen, kommen aus Russland. An zweiter Stelle folgen die Serben.

 

Eine verantwortliche Regierung sollte die Situation im Land objektiv einschätzen und Wert drauf legen, insbesondere die Beziehungen mit Russland aufbauen. Infolge der geographischen Lage sollte Montenegro selbstverständlich gute und enge Beziehungen mit Serbien haben. Das, was heutzutage die Regierung Montenegros unter Führung der ‚West-Mächte“ macht, ist die Erfüllung der Interessen von der West-Mächte, nicht der Bürger Montenegros. Hieraus ergeben sich Entscheidungen, die für unseren Bürger von Nachteil sind und unserem Land wenig Ehre mache.

 

Ich meine hier die Misshandlung und den Verrat seitens Milo Đukanović während des Angriffs der NATO auf Jugoslawien, den Zerfall des Einheitsstaates mit Serbien, die Anerkennung des Fake-Staates Kosovos, das Verhängen der Sanktionen gegen Russland, die Versuche das Kosovo bei der UNESCO zu befürworten, damit die UNESCO die Betreuung unseren und serbischen Heiligtümern in Kosovo übernimmt. Die Regierung Montenegros haben falsche offen antiserbischen und antirussischen Aktionen vorgenommen. Obwohl Russland, als auch Serbien keinerlei unfreundlichen Akt gegen Montenegro vorgenommen haben. Man hat uns immer unterstützt, geholfen, ermuntert und hat in uns ein brüderliches Land gesehen. Heute hat Montenegro den moderne Rubikon überschritten, und es ist offenbar, dass für Montenegro eine demokratische Lösung erforderlich wird. Ich bin der Meinung, dass mit dem Machtwechsel in Montenegro, genauer zu sagen, mit der Organisation der ersten gesetzlichen außerordentlichen Wahlen, die Situation sich entscheidend ändern wird. Wir werden nicht mit dem Albanien und der Türkei in Reih und Glied gegen Russland und Serbien marschieren.

 

 

NewsFront: Treten Sie und Ihre Partei für die Militärneutralität oder für die Zusammenarbeit mit anderen Kräften anstatt des Eintrittes in die NATO ein?

 

Andrija Mandić: In unserer politischen Gemeinschaft sind die Parteien dargestellt, die sich für die äußerst enge Zusammenarbeit mit Russland einsetzen. Aber wir, als reale Politiker, befinden, dass Montenegro neutral sein soll, weil genau hier die gemeinsame Interesse auftauchen könnte. Es ist ein Anknüpfungspunkt für die, die für Russland und für die, die für die NATO sind.

 

Eben es ist wichtig, damit diese Entscheidung auf die demokratische Weise getroffen wird, damit die Bürger Montenegros ihren Willen frei aussprechen können. Und ich bezweifle nicht, dass die Mehrheit, mindestens zwei Drittel von den Teilnehmern an einem Referendum, gegen eine NATO-Mitgliedschaft stimmen wird.

 

 

NewsFront: Am Samstag 12. Dezember ist eine Kundgebung gegen den NATO-Beitritt geplant. Erzählen Sie bitte, was dort geplant wird, wer außer euch sollte dort teilnehmen und was haben Sie vor zu fordern und von wem?

 

Andrija Mandić: Dort werden alle Parlamentsparteien teilnehmen, die sich gegen den Beitritt Montenegros in die NATO aussprechen. Außer der Partei „Neue serbische Demokratie“ sind es noch „Demokratische Volkspartei“, „Arbeitspartei“, „Partei der Rentner und der Invaliden“, „Die Bewegung Plewla“ (Plewla ist die Stadt im Norden Montenegros). Es gibt auch die wichtige gemeinnützige Gesellschaften und Bewegungen, die dem NATO-Beitritt Montenegros widerstehen. Dort werden auch die Gemeinden der Veteranen der Kriegen 1991-1999 Jahren, die ehemalige Soldaten der Jugoslawischen Volksarmee teilnehmen. Der ehemalige Ministerpräsident, der das Land während des Angriffs der NATO gegen Jugoslawien regierte, wird auf der Kundgebung sprechen.

 

Es wird eine breite Aktion geben, wo wir eine Botschaft hauptsächlich an die NATO-Mitgliedsländer richten werden: Dass Montenegro kein Teil ihres Bündnis sein möchte, und gleichzeitig an die Regierung Montenegros, dass man mit betrügerischen Einverleibens Montenegros in die NATO nicht einverstanden ist. Dass man zuerst durch ein Referendum den Wille der Bürger erfragen sollte.

 

Wir bedanken uns bei Johannes Normann  für die Korrektur der deutschen Texte

 

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