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Bild: Istvan Csak / Shutterstock.com

 

Natürlich gibt es Zahlen zur „Flüchtlingskrise“. Sie geistern seit Jahr und Tag durch den Mediendschungel. Sie kommen aus dem Innenministerium, von der Bundespolizei und vom BaMF – dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Doch was sagen diese Zahlen? Sorgen sie in irgendeiner Weise für Erhellung? Wir wollen uns die jüngsten Veröffentlichungen analysieren und mit früheren Zahlen abgleichen und den Beweis erbringen, dass all diese Zahlen nur einem Zweck dienen: die Realität zu verschleiern und den Bürger daran zu hindern, sich zu informieren und den Überblick zu behalten.

Quelle: Bürgerstimme

Von Marko Wild

 

 

Der Focus berichtete am Montag, im laufenden Jahr seien bis einschließlich November 965.000 Flüchtlinge in Deutschland registriert worden. Erwähnt werden 3 Kategorien:

 

  1. registrierte Flüchtlinge (965.000)
  2. gestellte Asylanträge (425.035)
  3. unerledigte Asylanträge (355.914)

 

(Der Einfachheit halber runden wir diese Zahlen im folgenden auf ganze Tausend.)

 

Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass hier überhaupt nichts passt.

 

Weder ergeben gestellte plus unerledigte Asylanträge die Zahl der registrierten Flüchtlinge. Noch besteht zwischen allen Zahlen irgendein sonstiger Zusammenhang. So muss etwa die Zahl der unerledigten Anträge auch unerledigte Anträge aus dem Vorjahr beinhalten.

 

Das ergibt sich aus den Aussagen von Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der vergangenen Freitag bekannt gab, es sei endlich gelungen, die Rate von 1000 Asylbescheiden (also bearbeiteten Asylanträgen) täglich auf 1600 pro Tag zu erhöhen. Da im gleichen Atemzug darüber nachgedacht wurde, künftig auch Schicht- sowie Wochenenddienste einzuführen, müssen die 1000 bzw. 1600 Asylbescheide pro Tag bisher in ganz normalen 5-Tage-40-Stunden-Wochen bearbeitet worden sein. Daraus folgt, dass von Januar bis Mitte September, als Weise Leiter des BaMF wurde, etwa 184.000 Asylanträge bearbeitet wurden (38 Kalenderwochen minus 6 Feiertage mal 1000 Anträge). Und seit 18. September (11 Wochen minus 1 Feiertag mal 1600 Anträge) etwa 86.400. Ergibt insgesamt 270.400 bearbeitete Asylanträgen im Jahr 2015.

 

Rund 425.000 sollen jedoch eingegangen sein (was im Übrigen dieser Statistik widerspricht; die kommt auf gut 50.000 Anträge weniger)

 

425.000 gestellte minus 270.400 bearbeitete – es müsste also 154.600 unerledigte Asylanträge aus diesem Jahr geben. Wenn Weise nun von 356.000 unerledigten Asylanträgen spricht, muss die Behörde noch über 200.000 unerledigte Anträge aus dem vergangenen Jahr vor sich herschieben. Gesetzt den Fall, die Behörde hat 2014 ebenfalls jene 1000 Anträge täglich bearbeitet, dann müssten voriges Jahr insgesamt rund 450.000 Asylanträge eingegangen sein – nämlich die damalige behördliche Jahreskapazität von 250.000 plus jene unerledigten 200.000.

 

Das Innenministerium spricht für 2014 jedoch von insgesamt nur 202.834 Anträgen. Wieder passt nichts.

 

Wie man bei 202.834 eingegangenen Anträgen einen Überhang von gut 200.000 unerledigten Anträgen hinterlassen kann, wird vermutlich ein Geheimnis bleiben. Es sei denn, das BaMF schob auch letztes Jahr viele unerledigte Anträge aus dem Jahr 2013 vor sich her. Die zweite Möglichkeit: das BaMF bearbeitete im gesamten Jahr 2014 nur durchschnittlich 6 Asylanträge pro Arbeitstag. Oder es wurden auch letztes Jahr deutlich mehr Asylanträge gestellt, als zugegeben, weil auch deutlich mehr Menschen kamen, als zugegeben.

 

Wie wenig die offiziellen Zahlen passen, zeigt auch die nächste Zusammenstellung. Nach Deutschland gekommen sein sollen von Januar bis Ende August 413.535 (Achtung – nicht „Flüchtlinge“, sondern:) „Asylbewerber“. Im September sollen 163.000, im Oktober 181.000 und im November hochgerechnete 241.000 (diesmal:) „Flüchtlinge“ gekommen sein. Addiert man diese Zahlen, erhält man – wenngleich nicht exakt und aus unterschiedlichen Kategorien zusammengesetzt – jene eingangs genannten 965.000, nämlich 998.535.

 

Anders sieht das aus, glaubt man der Augsburger Allgemeinen. Die schreibt, dass allein vom 05. September bis zum 16. Oktober – also in 6 Wochen! – „mehr als 400.000“ (Achtung, wieder:) „Flüchtlinge“ gekommen sein sollen. Also nicht 344.000 (163.000 plus 181.000) in knapp 9 Wochen sondern „mehr als 400.000“ in 6 Wochen. Diese Angaben unterscheiden sich nicht nur marginal. Sie differieren um 74 Prozent!

 

Falls sie noch nicht genug vom Zahlensalat haben, wollen wir uns noch einmal den 965.000 registrierten Flüchtlingen zuwenden. Wenn von diesen wie behauptet rund 425.000 einen Asylantrag stellten, was ist dann mit den restlichen knapp 530.000, die demzufolge zwar hier sind, aber keinen Asylantrag stellten? Und kann diese Zahl überhaupt stimmen?

 

 

Sie ahnen es: sie kann nicht stimmen.

 

Denn:

 

Aus den obigen Zahlen ergibt sich, dass im November 183.000 und im Oktober 128.000 „Flüchtlinge“ keinen Asylantrag stellten. Wenn jedoch schon diese beiden Monate 309.000 „Flüchtlinge“ mit diesem Status hervorbrachten, ist es extrem unwahrscheinlich, dass das ganze Jahr 530.000 hervorgebracht haben soll: sie erinnern sich – 965.000 registrierte Flüchtlinge minus 425.000 gestellte Anträge? Genau, das waren jene 530.000.

 

Wer oder was sind dann also jene 965.000 registrierten Flüchtlinge? Da wir alle anderen Möglichkeiten ausgeschlossen haben, bleibt nur der Schluss, dass es sich hierbei entweder um eine willkürliche Zahl handelt, die sich auf keine statistische Grundlage zurückverfolgen und mit keiner anderen Zahl in Zusammenhang bringen lässt. Oder dass es sich dabei tatsächlich um jene Flüchtlinge handelt, die zwar in irgendeiner Weise (etwa durch Bundespolizei oder Erstaufnahmeeinrichtungen) registriert wurden, aber bislang keinen Asylantrag stellten. Das hieße aber auch, die Antragsteller (425.000) kämen zu diesen noch hinzu. Womit wir schon bei 1.39 Millionen Zuwanderern von Januar bis Ende November, wären – und nicht, wie das Innenministerium meint, bei 965.000 insgesamt.

 

 

Doch halt – es kommt noch dicker.

 

Wie die österreichische Presse Anfang November schrieb, übernahm Deutschland von Österreich ab dem damaligen Zeitpunkt 7.200 „Flüchtlinge“ täglich. Das entspräche rund 220.000 Zuwanderern im Monat. Was nebenbei die oben errechnete Zahl von 241.000 für den November untermauert. Deutschland hatte aber auch schon Zeiten mit bis zu 10.000 „Flüchtlingen“ täglich, an manchen Wochenenden im September gar bis zu 40.000. Von daher scheint die Angabe von bis zu 270.000 „Flüchtlingen“ allein im September um einiges realistischer zu sein, als jene weiter oben genannten 163.000. Deutschland muss also allein in den drei Monaten September, Oktober, November in Wirklichkeit rund eine dreiviertel Million (!) Menschen aufgenommen haben.

 

Dies alles vollzieht sich weitgehend vor den Augen der Bevölkerung verborgen. Von „Flüchtlingen“ frequentierte Grenzübergänge wurden längst für Einheimische geschlossen. Die Flüchtlingsmassen leitet man direkt in separierte Unterkünfte, verfrachtete sie in Sonderbusse oder -züge, bringt sie zu Zeiten und sammelt sie an Orten, an denen nur die wenigsten Notiz von diesen Vorgängen nehmen. Das gesamte Unternehmen „Invasion“ findet in einer Parallelwelt statt.

 

Doch das nur als Anmerkung.

 

Von der im vorletzten Absatz erwähnten dreiviertel Million Menschen stellten laut Statista etwa 151.000 einen Asylantrag. Das macht rund 600.000 Menschen, die sich in Deutschland ohne behördliche Genehmigung aufhalten. Wohlgemerkt: nur aus den drei Monaten September-Oktober-November! Erneut: 600.000 in drei Monaten, dann können es nicht 530.000 im gesamten bisherigen Jahr sein. Das BaMF ist also entweder selbst vollkommen chaotisch und hat jeglichen Überblick verloren, oder es lügt vorsätzlich.

 

Wie hoch ist denn aber nun die Zahl aller, die 2015 nach Deutschland kamen?

 

Versuchen wir, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Nehmen wir die niedrigsten, offiziellen Zahlen, die wir haben: 965.000 Registrierte, die keinen Antrag stellten, plus 425.000 Asylantragsteller. Das macht 1.39 Millionen bis Ende November. Hinzu kommen die völlig unregistrierten Zuwanderer, die sich abseits der Übergänge über die Grenze schleusen lassen oder nach dem Grenzübertritt sofort untertauchen, die Sonderzüge per Notbremsung verlassen und über Nacht aus Erstaufnahmeeinrichtungen verschwinden. Sigmar Gabriel geht von 40 bis 50 Prozent völlig Unregistrierten aus. Diese Zahl bestätigen Berichte wie dieser aus dem Focus, der am 10. November schrieb, die Zahl der Unregistrierten bewege sich teilweise in Größenordnungen zwischen einem Drittel und der Hälfte aller hierzulande Ankommenden.

 

Kalkulieren wir die 1.39 Millionen Registrierten mit 70 Prozent und den Rest mit Unregistrierten, dann müssen im Jahr 2015 bislang mindestens 1.98 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen sein. 220.000 Registrierte und 70.000 Unregistrierte wird der Dezember noch bringen.

 

 

So ergeben sich für dieses Jahr 2.3 Millionen illegale Zuwanderer.

 

Die Irreführung des BaMF besteht darin, den Eindruck zu erwecken, es befänden sich gegenwärtig „nur“ etwa 356.000 Menschen unregistriert in Deutschland, deren Anträge lediglich noch auf ihre Bearbeitung warteten, und ansonsten habe man die Lage weitestgehend im Griff.

 

 

Die Wahrheit dürfte eher so aussehen:

 

Von 2.3 Millionen Zuwanderern in diesem Jahr werden bis Ende Dezember nicht einmal 500.000 einen Asylantrag stellen. Von denen wiederum das BaMF nur etwa 300.000 tatsächlich bearbeiten wird. Das heißt, die diesjährige Flüchtlingsinvasion wird Deutschland 1.8 bis 2 Millionen Menschen bringen, über die der deutsche Staat jegliche Kontrolle verloren hat. Das BaMF lügt also und arbeitet weit schlechter, als es vorgibt. Und nicht nur das. Wie schon ananderer Stelle bemerkt, soll das BaMF vorsätzlich langsam und gegen die Polizei arbeiten, um mögliche Abschiebungen hinauszuzögern oder ganz zu verhindern.

 

Wir scheinen es also beim BaMF mit einer Unterwanderungsbehörde zu tun zu haben, deren Ziel nicht das reibungslose Funktionieren des Staates, sondern dessen Zersetzung von innen ist. Dieser subversive Auftrag wird durch dem Umstand erhärtet, dass von mehreren Millionen Menschen zwar nur 1.8 Prozent (siehe ab 3:15 min) aller Zuwanderer tatsächlich asylberechtigt sind, doch auch die unberechtigten 98.2 Prozent größtenteils hier bleiben dürfen – was zu nicht geringen Teilen der Arbeit des BaMF geschuldet ist. Die korrekte, der Wirklichkeit entsprechende Bedeutung des Kürzels muss demnach lauten:

 

Bundesamt für Manipulation und Fehlleistungen.