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Bild: REUTERS/ Eric Vidal

 

Rund 16 Jahre nach ihren Luftangriffen hat die Nato Montenegro offiziell zum Beitritt eingeladen. Laut dem Ex-Präsidenten des Balkanstaats, Momir Bulatovic, reichen die Entschuldigungen des Militärbündnisses aber nicht aus, um die bösen Erinnerungen an die Nato-Bomben aus dem Gedächtnis zu streichen.

Quelle: Sputniknews

 

„Die Nato hat 1999 Jugoslawien überfallen. Bomben fielen auch auf Montenegro“, sagte Bulatovic am Samstag während einer Protestaktion gegen die Nato in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. „So etwas lässt sich nicht allein mit Entschuldigung aus dem Gedächtnis löschen“, zitierte ihn der TV-Sender TVCG. „Die Bürger dürfen jetzt nicht schweigen.“ Laut dem Ex-Staatschef will die Nato Montenegro eingliedern, „um mehr Soldaten gegen Russland zu haben“.

 

Am Samstag sind rund 5000 Menschen dem Appell der Opposition auf die Straße gefolgt, um ein Referendum über den Nato-Beitritt zu fordern.

 

Die Nato hatte im Kosovo-Konflikt vom 24. März bis 8. Juni 1999 die damalige Bundesrepublik Jugoslawien bombardiert. Durch die Angriffe kamen diversen Schätzungen zufolge zwischen 1200 und 2500 Menschen ums Leben, darunter 89 Kinder. 12.500 Zivilisten wurden verletzt. Zerstört wurden 148 Wohnhäuser und 62 Brücken, etwa 300 Schulen, Krankenhäuser und Staatseinrichtungen sowie 176 Kulturdenkmäler wurden beschädigt.