Der Militärexperte Alexander Zhilin darüber, warum die Einwohner Montenegros unbedingt die Mitgliedschaft in der NATO vermeiden wollen.

 

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Der Militärexperte Alexander Zhilin

 

 

 

Zu Zeiten der Konfrontation der NATO und des Warschauer Vertrags war es kaum möglich, Mitglied der Nordatlantischen Allianz zu werden. Das Statut berücksichtigte die Reihe der obligatorischen Voraussetzungen. Die Hauptvoraussetzung war die Abwesenheit der territorialen Ansprüche und der Konflikte zum Land, das die Mitgliedschaft beansprucht. So dass alle Interessierten in einer langen Schlange standen, die sich nicht von der Stelle bewegte.

 

Heute hat sich alles geändert: Der militärpolitische Block selbst treibt jeden „Hinz und Kunz“ gewaltsam in seine Reihen ein. Dabei ist es ganz nicht mehr wichtig, ob diese Länder den Forderungen des Statuts des Blocks entsprechen. Eigentlich, gibt es heute überhaupt keine Entscheidungskriterien für die Aufnahme der neuen Mitglieder in die NATO. Washington richtet sich nur nach der Zweckmäßigkeit.

 

Ein aktuelles Beispiel dafür ist Montenegro. Ohne jeden Anlass fing Brüssel an, Montenegro in die NATO hinzuziehen. Das Land verfügt weder über ein nennenswertes Militärpotential, noch über eine entwickelte Wirtschaft. Also offensichtlich ein subventioniertes Objekt für die NATO. Die Bevölkerung Montenegros ist eindeutig gegen NATO-Beitritt. Wofür denn braucht so eine große Organisation diese tote Last?

 

Um diese Frage zu beantworten, muss man die Transformation der Nordatlantischen Allianz anschauen. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und der Zerfall der Sowjetunion begann die NATO sich rasch nach Osten zu unseren Grenzen zu erweitern. Eine Großteil der Länder des ehemaligen sozialistischen Lagers, wurde in die NATO eingegliedert. Washington nennt diese Länder als Länder-Plebejer. Genau zu dieser Zeit wurde die NATO in zwei Kategorien von Ländern geteilt: In die erste und die zweite…

 

Polen, Bulgarien, Rumänien, Lettland, Litauen, Estland usw, sind Länder Plebejer, dessen nationale Sicherheit für Brüssel nicht von Belang ist. Niemand würde behaupten, dass beispielsweise im Falle des militärischen Konfliktes zwischen Russland und Litauen, NATO-Länder der ersten Kategorie in den Krieg ziehen würden.

 

Nach dem Zerfall der Sowjetunion nahm die NATO osteuropäischen Länder nur mit einem Ziel an: möglichst nahe an unseren Grenzen zu kommen, um in ihrem Hoheitsgebiet die Waffen zu platzieren. Und um die Flugzeit der Raketen zu unseren strategischen Zielen deutlich zu reduzieren. Kurz und gut wurde dieses Ziel erreicht.

 

Worüber ist die NATO jetzt besorgt? Wofür braucht sie Montenegro, Georgien und andere drittklassige Teilnehmer?

 

Russland hat sein beträchtliches militärische Potential in den vergangenen eineinhalb Jahren demonstriert. Zuerst im Laufe der zahlreichen Großübungen, und dann während einer echten Kampflage in Syrien. Die atemberaubenden Angriffe der Marschflugkörper aus dem Meer, aus der Luft und von der Landseite haben gezeigt, dass wir auch die leistungsfähige nicht-nukleare Verzögerungskräfte haben.

 

Nachdem NATO-Truppen sehr nah an unseren Grenzen herangekommen sind, mussten wir einiges in unserer Militärdoktrin ändern. Beziehungsweise gibt es eine Bestimmung, dass, im Falle einer realen militärischen Bedrohung für das Land berechtigt sind, einen Präventivschlag auf den Feind auszuführen. Und das ist sehr ernst.

 

Unmittelbar nach der Änderung in unserer Militärdoktrin begann Brüssel schnell eine Linie für den Erstschlag für Russland aus den Plebejer-Länder zu bilden. Diese Länder werden mit den gepanzerten Fahrzeugen und der Armee aufgepumpt, was sie zum Scheibenziele für die russischen Sprengköpfe macht. (Polen wurde sogar angeboten, die Atomwaffen auf seinem Territorium zu platzieren, was Polen im voraus zum Todeskandidaten macht.)

 

Es ist bemerkenswert, dass die Panzer, Schützenpanzer, Schützenpanzerwagen und anderer gepanzerte Schrott aus den Ländern der ersten Kategorie (Deutschland, zum Beispiel) nach Osten verschoben wurde. Also die Hauptländer des Bündnisses sich hinter den potenziellen Selbstmordattentäter verstecken. Die NATO will Montenegro in ihre Reihen eingliedern (trotz der ablehnenden Meinung der Montenegriner), um ein weiteres Ziel für die russischen Raketen zu gewinnen, mehr nicht. Das nächste wird Georgien sein. Mit Aserbaidschan begann schon diese „Arbeit“ …

 

Verstehen die Führer der Plebs-Länder, dass, im Falle eines Krieges, sie ihre Völker zum tatsächlichen Todeskandidaten machen? Ja, sie verstehen es. Aber sie haben bereits ihre dreißig Silberlinge für den Verrat erhalten. Darüber hinaus haben sie eine Garantie bekommen, dass die Führer der Plebs-Länder im richtigen Moment mit Hilfe der Special Forces Alliance evakuiert werden. Die Bevölkerung interessiert heute niemanden.

 

Bemerkt sei lediglich, dass Hussein auch absolute Garantie für die Sicherheit von Washington erhalten hatte. Aber er hatte keine Zeit, ein Wort zu sprechen bevor es zum Galgen ging…

 

 

Wir bedanken uns bei Johannes Normann  für die Korrektur der deutschen Texte