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Bild: Sputnik

 

Europa kann laut dem französischen Schriftsteller Olivier d’Auzon nicht Seite an Seite mit Russland gegen die Terrormiliz Daesh (auch IS genannt) in Syrien kämpfen und gleichzeitig den Kreml mit Sanktionen belegen. D’Auzon, der auch Berater bei der Weltbank ist, erläutert, dass die Sanktionen Frankreich mehr Schaden als Vorteile bringen.

Quelle: Sputniknews

 

In seinem Artikel für die Onlinezeitung „Huffington Post“ schreibt er, dass die Zeit gekommen sei, die Sanktionen gegen Moskau aufzuheben. Dies würde zum effektiven Kampf gegen die Dschihadisten passen.

 

„Können wir Seite an Seite mit Russland kämpfen, wenn wir es (Russland) gleichzeitig mit europäischen Sanktionen belegen?“, zitiert D’Auzon Frankreichs Premierminister Manuel Valls.

 

Noch im Dezember 2014 hätten amerikanische Experten die Meinung geäußert, dass die Anti-Russland-Sanktionen der USA nur Washingtons Kraftlosigkeit vor dem Kreml zeigen, geht aus dem Artikel hervor.

 

Diese Experten hätten auch gewarnt, dass die Sanktionen eine Welle des Patriotismus in Russland provozieren könnten, wobei russische Geschäftskreise mehr zu lokalen Ressourcen greifen und Verbraucher den nationalen Hersteller unterstützen würden.

 

Zudem zitiert D’Auzon den Schriftsteller Pierre Lorrain, welcher der Meinung ist, dass die Vereinigten Staaten Präsident Wladimir Putin und die Möglichkeiten Russlands unterschätzt haben:

 

„Die Sanktionen gegen Russland haben Westeuropa Verluste gebracht, die Europäische Union hat fast 20 Prozent ihres Handelsumsatzes verloren. Dabei ist er zwischen Russland und den USA in der gleichen Zeitperiode um sieben Prozent gestiegen. Also verhängen wir Sanktionen und leiden darunter, und die Amerikaner verhängen Sanktionen, verdienen aber Geld damit.“

Das russische Embargo, so D’Auzon, habe Frankreichs Landwirtschaft großen Schaden gebracht. Wegen dem diplomatischen Konflikt würden letztendlich Bauern leiden, vor allem Obst- und Gemüseanbauer sowie Hersteller von Fleisch- und Milchprodukten. Bei den Lieferanten hätten sich Überschüsse gebildet, was zum Zusammenbruch der Einkaufspreise in der ganzen EU geführt hätte.

 

Um aus dieser schwierigen Lage herauszukommen, hätten französische Bauern an internationale Organisationen appelliert, erläutert D’Auzon. Dies habe aber kaum dazu beigetragen, eine Lösung für die entstandenen Probleme zu finden. Der einzige Weg aus der Krise ist laut Landwirtschaftsvertretern die Wiederherstellung der Beziehungen mit Moskau. Ohne Russland sehen sie keine Zukunft, schlussfolgert D’Auzon.