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Foto: Sputnik/ Vladimir Astapkovich

 

Der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft hat die beim EU-Gipfel gebilligte Verlängerung der Sanktionen gegen Russland scharf kritisiert: «Nach einem Verlust von 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2014 werden die deutschen Exporte nach Russland 2015 voraussichtlich um weitere 8,5 Milliarden Euro zurückgehen», erklärte der Ausschusschef Eckhard Cordes.

Quelle: Sputniknews

 

„Die Art und Weise, wie die Sanktionen von der EU nun ohne große Debatte um sechs Monate verlängert werden, ist enttäuschend. Damit wird erneut die Chance verpasst, ein Stück auf Russland zuzugehen und so wieder zu einer positiven Dynamik in den gegenseitigen Beziehungen zu kommen“, hieß es in der Pressemitteilung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

„Was die Sanktionen anbetrifft, gibt es einen politischen Kampf zwischen den einzelnen Ländern in Europa, der lautet ‚verlängern oder nicht verlängern‘“, kommentierte Russland-Experte Alexander Rahr gegenüber Sputniknews.  „Ich sehe aber keine Basis für diese Sanktionen-Strategie – wir brauchen Russland im gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus.“

 

Wladimir Putin habe bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag ein wichtiges Signal an die europäischen Investoren geschickt: Das Investitionsklima in Russland werde weiterhin gefördert, Russland schotte sich nicht ab.  „Es gibt Länder in Westeuropa, die Sanktionen beenden oder zumindest einige davon zurückfahren möchten. Dazu gehört auch der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, der viele Firmen vertritt, die in Russland seit 40 Jahren tätig sind.“

 

„Bedauerlicherweise haben wir es aber in Europa mit den drei baltischen Ländern, Polen oder anderen Staaten zu tun, die aufgrund der Ukraine-Krise der Meinung sind, dass Europa weiterhin Druck auf Russland ausüben muss“, fügte der Experte hinzu. Leider gebe es in Europa noch den Standpunkt, das Wichtigste in Europa sei ein Konsens. Und den Konsens müsse man eben dadurch erzielen, indem man mit einer Stimme spricht, so sei auch die Denke in Bezug auf die Sanktionen.

 

Nach einer Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages dürften sich die Exporte in das lange Zeit boomende und jetzt in einer schweren Rezession steckende Schwellenland in diesem Jahr auf gut 20 Milliarden Euro summieren. «Das ist fast schon eine Halbierung verglichen mit 2013», sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier. 2016 dürften die Warenexporte noch einmal um ungefähr fünf Prozent schrumpfen.

 

Die deutsche Wirtschaft leide in Russland, und sie leide sehr deutlich, sagte AHK-Präsident Rainer Seele am Freitag.