Der Flugschreiber des russischen Jagdbombers Su-24, der von der Türkei in Syrien abgeschossen wurde, kann vorerst nicht ausgewertet werden. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit. Die Blackbox war in der vergangenen Woche im Beisein ausländischer Experten und vor laufender Kamera geöffnet worden.

Quelle: Sputniknews

 

An den Datenspeichern gebe es schwere Schäden, so dass das Ablesen der Daten mit üblichen Methoden unmöglich sei, sagte General Sergej Bajnetow. Die Spezialisten wollen versuchen, die Informationen unmittelbar „vom Kristall des Chips“ abzulesen. Die Auswertung würde deshalb länger als sonst andauern. „Für diese Arbeit ist leider viel Zeit nötig. Doch es wird alles getan, um sie erfolgreich auszuführen.“

 

Nach Angaben des Generals wurden sämtliche Arbeiten mit der Blackbox im Beisein eines chinesischen und eines britischen Experten durchgeführt worden. Diese haben keinerlei Beanstandungen geäußert.

 
Die türkische Luftwaffe hatte am 24. November eine russische Su-24 abgeschossen, als diese Stellungen der Terrororganisation Daesh (auch «Islamischer Staat», IS) in Nordsyrien bombardierte. Einer der Piloten kam dabei ums Leben. Nach türkischen Angaben hat der russische Bomber den Luftraum der Türkei verletzt. Moskau bestreitet das. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist der Jet ausschließlich in syrischem Luftraum geflogen. Der Vorfall hat die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara schwer belastet.

 

Am vergangenen Freitag haben russische Experten öffentlich mit der Untersuchung des Su-24-Flugschreibers aus dem Kampfjet begonnen, der von syrischen Spezialeinheiten geborgenworden war. Das Metallgehäuse der Blackbox wurde im Beisein von Journalisten vor laufenden Kameras geöffnet. Russland hatte insgesamt 14 Länder zur Auswertung der Flugdaten eingeladen. Aber nur China und Großbritannien sind der Einladung gefolgt.