Serbien wird die Aufnahme der selbsternannten Republik Kosovo in internationale Bündnisse wie die Vereinten Nationen nicht unterstützen, denn das würde bedeuten, dass Serbien die eigenmächtige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo anerkenne. Das sagte der serbische Vizepremier und Außenminister, Ivica Dačić, am Freitag in Belgrad.

 

Quelle: Sputniknews

 

Zuvor hatte der US-Botschafter in Serbien, Michael Kirby, gegenüber der serbischen Tageszeitung „Večernje novosti“ gesagt, Amerika erkenne eine Normalisierung in den Beziehungen zwischen Belgrad und Priština am Beispiel der Aufnahme des Kosovos in die UNO.

 

Als Antwort auf diese Erklärung betonte Dačić, die Haltungen der EU und der USA würden in diesem Punkt auseinandergehen.

 

„Serbien wird seine grundsätzliche Politik nicht ändern“, so Dačić.

Zugleich unterstrich er, Belgrad werde weiterhin den Dialog mit Priština pflegen, denn das sei ein Mittel zur Regelung der bestehenden Fragen.

 

„Der Dialog verläuft neutral und Serbien wird den Beitritt des Kosovo zu internationalen Bündnissen, darunter auch zu den Vereinten Nationen, selbstverständlich nicht unterstützen, da dies die Anerkennung der eigenmächtigen Unabhängigkeitserklärung  bedeuten würde“, so die offizielle Erklärung des Außenministeriums.

 

Seit 1. März 2012 ist Serbien offiziell auch EU-Beitrittskandidat. Der Beginn der Beitrittsverhandlungen wurde im Januar 2014 verkündet. Seitdem allerdings wurde kein einziges Kapitel des Verhandlungsdossiers aufgeschlagen. Serbische Analytiker und Experten nannten als vermutlichen Beitrittstermin das Jahr 2020.