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Eine F16 im Irak. Bild: Flickr / mashleymorgan CC-BY-SA 2.0

 

Amerikanische Piloten beschweren sich inzwischen darüber, beim Kampf gegen den «Islamischen Staat» nur unwichtige Ziele angreifen zu dürfen. Ist der ganze Anti-IS-Krieg der USA nur ein Schauspiel? Offenbar spielt Senator John McCain darin eine gewichtige Rolle.

Von Marco Maier

Quelle: Contra Magazin

 

Gordon Duff, Autor bei «Veterans Today», erhebt angesichts diverser Meldungen schwere Vorwürfe gegenüber der amerikanischen Führung, was den angeblichen Krieg gegen den «Islamischen Staat» betrifft. So berichten frustrierte Piloten davon, dass sie lediglich abgelegene Kreuzungen oder verlassene Gebäude bombardieren durften, nicht jedoch «fette Ziele».

 

Duff zitiert in seinem New-Eastern-Outlook-Artikel ein halbes Dutzend anonyme Pentagon-Quellen, die behaupten, dass die US-Luftwaffe den «Islamischen Staat» gar nicht effektiv bekämpfen durften. Damit ließe sich auch erklären, weshalb die russische Luftwaffe in den wenigen Wochen des Syrien-Einsatzes deutlich effektiver in der Terroristen-Bekämpfung ist, als es die Amerikaner in den ganzen Monaten zuvor war.

 

Demnach seien die US-Piloten über Konvois von Öllastwagen geflogen, die in Viererreihen unterwegs waren – durften diese jedoch nicht bombardieren. Auch berichteten die Piloten von mysteriösen Lieferungen an den IS und die al-Nusra Front, welche von ihren Flugzeugen abgeworfen wurden. Weiters durften sie riesige Parkplätze mit tausenden von Humvees, Abrams-Panzern, Geschützen und dergleichen auf Befehl des Pentagons nicht bombardieren.

 

Seiner Ansicht nach hätten vor allem Senator John McCain – der Bildern zufolge enge Kontakte mit IS-Größen pflegte – und einige Hardliner in der US-Politik koordiniert mit den Geheimdiensten der Türkei, Saudi-Arabiens und Israels einen «politischen Schild» über terroristische Ziele in Syrien und im Irak gelegt, um so Obamas Krieg gegen die Terrororganisation zu sabotieren.

 

McCain ist Vorsitzender des «Armed Services Committee», welches enorme Entscheidungsbefugnisse besitzt. Damit kann er auch den Mitteleinsatz beeinflussen. Interessanterweise wurden vor allem alte F16 verwendet und veraltete Bomben abgeworfen, während die modernen Systeme nicht zum Einsatz kommen. Auch die effektiven B1B- und B52-Bomber, die in Katar stationiert sind, werden nicht eingesetzt.

 

Wäre Obama intelligent und vorausschauend, würde er alles Nötige daran setzen, McCain aufs politische Abstellgleis zu schieben – genauso wie all die anderen Hardliner, die eine vernünftige Außenpolitik sabotieren.