Japan sieht ein Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin als notwendig für die Regelung des Gebietsstreites an, erklärte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Montag bei der Neujahrskonferenz in Tokio.

Quelle: Sputniknews

 

„Ohne ein Gipfeltreffen ist die Regelung des Streites rund um die Nordgebiete unmöglich“, so der Ministerpräsident.

 

Als Nordgebiete werden in Japan die südlichsten Inseln des Kurilen-Archipels bezeichnet.

 

Shinzo Abe sagte, dass er ständig nach Möglichkeiten eines Besuches von Wladimir Putin in Japan zu einer passenden Zeit sucht. Die Situation, wenn 70 Jahre nach Kriegsende zwei Staaten noch keinen Friedensvertrag unterschrieben haben, bezeichnete er als „unnormal“.

 

Abe erklärte weiterhin, dass Russland eine wichtige Rolle in der Terrorbekämpfung, bei der Regelung des Syrienkonfliktes und des iranischen Atomstreites spielt.

 

Ministerpräsident Abe hatte Moskau im Frühling 2013 besucht. Ein Gegenbesuch des russischen Präsidenten in Tokio war zunächst für den Herbst 2014 angesetzt, wegen der angespannten internationalen Lage angesichts der Ukraine-Krise fand er aber nicht statt. Das Treffen war auf 2015 vertagt worden, ohne die genauen Daten zu nennen.

 

Putin und Abe konnten erst am Rande des G-20-Gipfels im November 2015 in Antalya zusammenkommen. Bei diesem Treffen wurden das Problem des Friedensvertrages und der Besuch von Putin in Tokio angesprochen, wie der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, danach erklärte.

 

Tokio beansprucht die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und den Archipel Habomai und setzt die Rückgabe der Inseln für den Abschluss eines Friedensvertrages voraus.

 

Seinerseits steht Russland auf dem Standpunkt, dass die südlichen Kurilen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Staatsverband der damaligen Sowjetunion aufgenommen wurden und die russische Souveränität über die Inseln völkerrechtlich keinem Zweifel unterliegt.

 

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