Von den Terror-Warnungen in München und den Gräueltaten in Köln, Hamburg, Stuttgart, Salzburg, Wien und anderen Städten überschattet, spitzt sich der Konflikt zwischen USA/NATO und Russland Stufe um Stufe weiter zu.

Quelle: KOPP

Von Peter Orzechowski

 

 

Kaum öffentlich beachtet, hat die NATO im Dezember beschlossen, den kleinen Balkanstaat Montenegro aufzunehmen. Damit wäre Serbien, das zwischen Russland und EU/NATO schwankt, von NATO-Mitgliedern eingekeilt. Kroatien, Slowenien und Albanien waren zuletzt dem Militärbündnis einverleibt worden. In Serbiens abtrünniger Provinz Kosovo unterhalten die USA einen ihrer weltweit größten Stützpunkte.

 

Neben Montenegro bereiten sich Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Georgien und die Ukraine intensiv auf den NATO-Beitritt vor, sagte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu Mitte Dezember in einer Sitzung des Kollegiums des Verteidigungsministeriums. Er merkte auch an, dass Finnland, Schweden, Serbien und Moldawien in den Interessenkreis der Allianz einbezogen werden.

 

Die NATO will den Balkan kontrollieren

 

Sofort nach dem Bombenkrieg gegen Serbien im Jahr 1999 beschlagnahmte das Pentagon ein etwa 400 Hektar großes Areal bei Uroševac in der Nähe der Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien. Es beauftragte die Firma Halliburton, deren Vorstandsvorsitzender damals Dick Cheney war, dort das Camp Bondsteel, die größte europäische US-Militärbasis, Spitzname »Little Guantanamo«, zu bauen, in der heute über 7000 US-Soldaten stationiert sind.

 

Das Camp Bondsteel gehört zur Kette der vorgeschobenen US-Basen, die der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld einmal als »Lily Pads« (Seerosen) bezeichnet hat, und es dient als Ausgangspunkt für Militäraktionen nach Osten und Süden. Die Aufnahme des Kosovo in die EU und in die NATO würde diese US-Militärbasis dauerhaft besiegeln.

 

Mehr noch: Der Balkan wäre als Vorposten gegen Russland und zur Kontrolle der Ölströme vom Kaspischen Meer und vom Mittleren Osten nach Westeuropa gesichert.

 

Weitere Provokationen

 

Der nächste Schritt: Die NATO sendet AWACS-Maschinen von ihrem deutschen Stützpunkt in den Krieg der Türkei. Warum, wenn der Islamische Staat keine eigenen Luftstreitkräfte hat, wie das deutsche Verteidigungsministerium mitteilt, und das syrische Regime voraussichtlich keine eigenen Militärflugzeuge gegen die Türkei einsetzen werde?

 

Es ist ein Signal an Russland: Die NATO beobachtet von jetzt an den syrischen Luftraum bis zu einer Tiefe von 400 Kilometern. Und da die NATO die Flugdaten ihrer eigenen Maschinen genau kennt, geht es um die Spionage gegen syrische und russische Maschinen. Also um die Lieferung feindlicher Daten an die freundlichen NATO-Flugtruppen in diesem Raum. Es geht auch darum, dem Bündnispartner und IS-Patron Türkei exakte Daten über russische Flugbewegungen zu übermitteln.

 

Ein von AWACS-Flugzeugen geführter Abschuss eines russischen Jets könnte ganz schnell zu einem Krieg NATO gegen Russland eskalieren.

 

Der nächste Schritt: Die USA haben ihre Sanktionsliste gegenüber Russland um 34 Unternehmen und Einzelpersonen erweitert. Betroffen sind unter anderem Banken. Damit solle Russland dazu gebracht werden, sich stärker bei der Umsetzung des Minsker Friedensplans für das Kriegsgebiet Ostukraine einzubringen, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Zuletzt hatte die EU ihre Sanktionen gegen Russland um ein halbes Jahr bis 31. Juli 2016 verlängert.

 

Zurück zum Militär: Die USA haben damit begonnen, auf dem rumänischen Militärflugplatz Deveselu Startanlagen des Typs MK 41 aufzustellen, die sowohl Abfangraketen als auch Tomahawk-Marschflugkörper mittlerer Reichweite abfeuern können. Bislang werden solche Startrampen von US-Schiffen genutzt.

 

Mit der Stationierung ihrer Startrampen in Rumänien verstoßen die USA laut dem russischen Außenministerium gegen den Vertrag über die Vernichtung der Raketen mittlerer und kürzerer Reichweite (INF), weil die geplanten Anlagen von Land aus Marschflugkörper des Typs Tomahawk abfeuern können. 2018 soll eine ähnliche Anlage in Polen entstehen.

 

Das russische Verteidigungsministerium teilte daraufhin mit, eine Staffel von Langstreckenbombern Tu-22M3 auf der Halbinsel Krim zu stationieren. Diese Kräfte würden ausreichen, um das russische Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer und die Schwarzmeerküste zu schützen, verlautete aus der Militärbehörde.

 

Noch eine wichtige Zahl aus der bereits zitierten Sitzung des Kollegiums des russischen Verteidigungsministeriums: Die Zahl der Flugzeuge des NATO-Militärkontingents in den baltischen Ländern, in Polen und Rumänien ist allein im Jahr 2015 auf das Achtfache und die Mannstärke auf das 13-Fache vergrößert worden. In diese Länder seien zusätzlich bis zu 300 Panzer und Schützenpanzer verlegt worden.

 

Wen wundert es da noch, wenn Moskau in diesen Maßnahmen die Vorbereitung eines NATO-Angriffskriegs gegen Russland sieht?

 

 

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