Eine amerikanische Rakete, die zu einer Militärübung nach Europa geschickt worden war, ist auf mysteriöse Weise auf Kuba aufgetaucht. Beide Staaten haben erst im vergangenen Juli – nach vielen Jahrzehnten Feindschaft — die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Die US-Behörden vermuten Irrtum, schließen jedoch Spionage nicht völlig aus.

Quelle: Sputniknews

 

Die USA haben bereits 2014 eine Luft-Boden-Rakete des Typs Hellfire zu einer Nato-Übung nach Europa entsandt. Doch stattdessen traf sie auf Kuba ein. Nach Angaben des Wall Street Journals bemühen sich die USA seit Monaten um eine Rückholung der Rakete. Ermittler aus dem amerikanischen Justizministerium und dem Zollamt versuchen zu klären, wie die Rakete in falsche Hände gelangt ist.

 

Die „verirrte“ Rakete hatte zwar keinen Sprengstoff, doch das US-Militär befürchtet, dass die Kubaner die Hellfire-Technologie an China, Russland oder Nordkorea weitergeben könnten. Mit Raketen dieses Typs statten die USA ihre US-Drohnen aus.

Nach WSJ-Angaben war die Rakete von Orlando zuerst nach Madrid geschickt worden. Von dort aus gelangte sie zuerst nach Frankfurt und dann über Paris nach Havanna. Der Absender, der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, verweigert ebenso wie das US State Department jeden Kommentar.

 

Im Herbst 2007 hatte ein US-Jagdflugzeug über dem Bundesstaat Virginia versehentlich eine Übungsbombe abgeworfen. Wenige Monate davor war ein B-53-Bomber mit scharfen Atomraketen an Bord vom Luftwaffenstützpunkt Minot im Bundesstaat North Dakota zum Militärflughafen Barksdale in Louisiana geflogen. Die Piloten hatten nicht gewusst, dass einsatzbereite Atomwaffen an Bord waren. Die US-Luftwaffe bezeichnete den Irrflug als «unverzeihlichen Fehler».