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Präkognition? Foto: erdogan 2012 / valeriy osipov / flickr / CC BY 2.0

 

 

Der türkische Präsident Erdogan, der jüngst dem Großdeutschen Reich unter Adolf Hitler eine durchaus positive Vorbildfunktion einräumte, ist offenbar selbst anhaltend auf der Suche nach Möglichkeiten, den Einflussbereich der Türkei zu erweitern und zu stärken.

 

Quelle: NeoPresse

 

Im Dezember des letzten Jahres schloss die Türkei eine verteidigungsindustrielle Kooperation mit Somalia. Nun hat die Türkei damit begonnen, in Somalia eine Trainingsbasis für die Ausbildung von Regierungstruppen zu errichten. Emel Tekin, die Vorsitzende für somalische Angelegenheiten des türkischen Außenministeriums bestätigte, dass Ankara seit Anfang dieses Jahres mit dem Bau der Militärbasis in der Hauptstadt Mogadischu begonnen habe. Ziel sei es, den somalischen Soldaten eine effiziente Ausbildung zu ermöglichen.

 

Die Initiative gehe auf eine Rahmenvereinbarung zurück, die beide Staaten zur Intensivierung der militärischen Zusammenarbeit geschlossen hatten. Tekin ist der Überzeugung, dass die Umsetzung dieser Einrichtung einen Meilenstein in der Region darstelle: „ Die Militärbasis in Mogadischu wird auch für den gesamten afrikanischen Kontinent hinsichtlich der Zurverfügungstellung militärischer Ausbildung bedeutsam sein!“

 

Das Abkommen baut auf zwei, bereits im Jahre 2010 getroffene Vereinbarungen, der beiden Länder auf. Seitdem unterstütz die Türkei ihren afrikanischen Partner militärisch. Zusätzlich errichtet die Türkei in Somalia eine Militärschule zur Ausbildung von Offizieren und Unteroffizieren. Aus der Perspektive Ankaras unterstützt die Türkei Somalia damit im Kampf gegen den Terror. Die Stärkung der nationalen Armee Somalias, bedeutet damit mehr Sicherheit für das ganze Land und befürwortet die Autorität, der von der UN gestützten Regierung in der Auseinandersetzung mit der „Al-Qaida“ nahestehenden „al Shabab Miliz“.

 

Nach Angaben des türkischen Außenministeriums hat die Türkei das afrikanische Land in den letzten Jahren mit Finanzhilfen von 400 Millionen US-Dollar unterstützt. Vom 23. bis zum 24. Februar findet in Istanbul das türkisch-somalische „High-Level-Partnership-Forum“ statt, welches Plattform und Perspektive für ein friedliches Somalia ist. Die UN begleitet diesen Weg, der auch unter dem Namen „New Deal Somalia“ bekannt wurde.

 

Bereits im Juni 2015 unterzeichnete die Türkei mit dem Golfstaat Katar ein Verteidigungsabkommen. Laut einem damaligen Bericht der „Official Gazette“ sollte in Katar eine Militärbasis errichtet und bis zu 5000 türkische Soldaten dort stationiert werden. Bei Fertigstellung erhält ein türkischer General das Oberkommando über die Basis. Das Abkommen sieht vor, das beide Länder Truppen im Partnerland stationieren dürfen.

 

Auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist eine Erdgaspipeline geplant, die von den Erdgasfeldern in Kater durch Saudi Arabien, Jordanien und Syrien führen könnte. Alternativ gäbe es eine Routenführung durch Saudi-Arabien, Kuwait und den Irak. In jedem Fall, stehen für derartige Zielsetzungen, zum einen der syrische Präsident Assad oder zum anderen, die schiitische irakische Regierung im Wege. Es sind auch derartige Überlegungen des türkischen Präsidenten, die ihn unlängst nicht zögern ließen, dem neu geschaffenen Militärbündnis, unter der Federführung und der Initiative Saudi-Arabiens beizutreten.

 

Die von Erdogan geschaffenen Bündnisse und Kooperationen stellen damit eine gewaltige, regionale Macht da. Ohnehin verfügt die Türkei über die zweitgrößte Armee aller NATO-Partner, gleich hinter den USA. Erdogan benötigt die NATO eigentlich nicht, die NATO braucht die Türkei. Diese Situation passt ganz in die Planungen und taktischen Schachzüge des Machtpolitikers Erdogan. All sein bisheriges Handeln, die Provokationen und Auslegungen der sich ihm bietenden Gegebenheiten, sind darauf abgestimmt. Genau, wie parallel dazu, das Verhältnis der Türkei zur Europäischen Union. Auch hier ist die EU, vor allem in Hinblick auf die „Flüchtlingskrise“ mehr in der Abhängigkeit der Türkei, als ihr lieb sein kann.

 

Neben den damit verbundenen Schmeicheleien und stetigen Treffen, welche der türkische Präsident offensichtlich genießt, bringt das auch viele Milliarden aus Brüssel, hauptsächlich aber aus der Bundesrepublik. Bezüglich der Flüchtlingsthematik wird man sich bereits in den nächsten Tagen wieder zu Gesprächen treffen. Außerdem kündigte der türkische Europa-Minister Volkan Bozkir an, die Türkei wolle syrischen Flüchtlingen Arbeitsgenehmigungen erteilen. Ungeachtet dessen findet in der Südosttürkei eine erbittert geführte Auseinandersetzung zwischen türkischen Sicherheitskräften und kurdischen Kämpfern statt. Auch hier sind inzwischen Tausende auf der Flucht.

 

Aber Erdogan ist auch eitel. Er muss seine Macht und seine gestärkte Position in einem großen Rahmen nach außen tragen. Statussymbole und Bauwerke sind hierfür ein Beleg. Ein weiteres Projekt ist hier der erste türkische Flugzeugträger, an dem zurzeit mit Nachdruck gebaut wird. Das Flaggschiff der türkischen Marine ist auf den Namen TGC Anadolu (Anatolien) getauft und soll 2021 seinen Dienst antreten. Hergestellt wird das „Mehrzweckkriegsschiff“ in der Sedef Werft von Istanbul, in einer Kooperation mit dem spanischen Hersteller Navantia. Die TGC Anadolu wird 225 Meter lang und 32 Meter breit sein.

 

 

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