Das Lebensniveau in der Ukraine ist seit Anfang der „Anti-Terror-Operation“ im Osten des Landes rasant gefallen. In die schwierigste Situation sind die Behinderten in der Ukraine geraten. Vor kurzem verabschiedete das ukrainische Parlament ein Gesetz, welches Hilfe für die durch die „Anti-Terror-Operation“ verursachten Behinderungen vorsieht. Aber was sollen die Invaliden tun, die dies von Geburt bzw. seit der Kindheit sind oder anderweitig behindert wurden, tun? Die aktuelle Situation in der Ukraine erläutert der Abgeordnete der Ukraine Aleksej Jurawko.

 

invalid-1311
Alexej Jurawko Spricht mit den Behinderten

 

Die Gesamtzahl der Invaliden beträgt 4,8 – 4,9 Millionen Menschen. In Cherson, Odessa, Nikolaew und in den anderen Städten gehen sie auf die Straße, um zu betteln. Sie stehen am Bahnhöfen, in den Fußgängertunnel, vor den Kirchen. Es sind mehr und mehr Behinderten dort zu sehen. Alle betteln um Lebensmittel, warme Kleidung und Ähnliches. Das Sozialministerium erfühlt seine Aufgabe nicht mehr, weil die Erleichterungen in der Ukraine faktisch abgeschaffen wurden. Die Zahlungsrückstande für die Invaliden-Renten wird immer größer.

 

Viele Invaliden bekommen keine Bestätigung, dass sie Invaliden sind, damit der Staat ihnen kein Sozialgeld zahlen musste. Es gibt keine kostenlose medizinische Versorgung, sogar bei schweren Fällen. Diese Menschen sterben täglich wie die Fliegen und dies wird zudem verschwiegen. Es sind die offenen Verstöße gegen das Völkerrecht bezüglich Menschenrechte der Invaliden, das in der Ukraine im Gegenteil zu den westlichen Ländern, überhaupt nicht funktioniert.

 

Die Renten der Invaliden sind sehr niedrig. Ein Behinderte z.B. der schweren Ersten Gruppe (Infantile Zerebralparese und Fehlen eines Arms) bekommt 1148 Griwna (40 Euro). Und für seine Wohnung, wo noch seine Mutter und Oma leben, soll er 840 Griwna (30 Euro) Miete bezahlen. Ein anderer Behinderter lebt allein, er hat keine Bein und keine Finger an einer Hand. Er ist zudem ein Waisenkind. Er bekommt gerade mal 984 Griwna (38 Euro) an Rente und zahlt Kommunalgebühren von 645 Griwna (23 Euro). Sagen Sie mir bitte, ob ein Behinderter mit dem verbleibenden Geld überleben kann? Das Schicksal zwing diese Menschen einfach zum Bettler zu werden.

 


 

Wir bedanken uns bei Johannes Normann  für die Korrektur der deutschen Texte