Die wegen Spionage festgenommenen Journalisten der oppositionellen türkischen Tageszeitung Cumhuriyet haben gegenüber BBC über ihre Haft im Gefängnis von Istanbul berichtet.

 

Laut dem Chefredakteur der Zeitung, Can Dündar, wurden er und sein Kollege einen Monat lang in Isolationszellen gehalten.

 

Die Mitarbeiter der Oppositionszeitung sind aber bei weitem nicht die einzigen von Präsident Recep Tayyip Erdogan verfolgten Menschen.

 

Wer, wie der Führer der größten Oppositionspartei des Landes, der Republikanischen Volkspartei, Kemal Kılıçdaroğlu, den Präsidenten Erdogan „Parodie auf einen Diktator“ nennt, kann in der Türkei mit Problemen rechnen. Dasselbe gilt für denjenigen, der wie der führende Vertreter der prokurdischen „Demokratischen Partei der Völker“ die Idee zur Selbstverwaltung der von Kurden bewohnten Provinzen unterstützt.

 

Mittlerweile droht den Journalisten der türkischen Zeitung Cumhuriyet im Zusammenhang mit einem Artikel über geheime Waffenlieferungen der türkischen Geheimdienste an syrische Dschihadisten eine lebenslange Freiheitsstrafe.

 

Zuvor wurde ein türkischer Arzt wegen des Vergleichs des türkischen Präsidenten mit der Gnom-Gestalt Gollum aus dem Film „Der Herr der Ringe“ vor Gericht gebracht.

 

Insgesamt wurden bereits mehr als 250 Menschen wegen Beleidigung Erdogans festgenommen. Dabei war bei seinen vier Vorgängern nur ein Mensch eines solchen Vergehens beschuldigt worden.

 

Quelle: Sputniknews