Fast zwei Jahre nach der Abspaltung der Krim kann sich die Führung in Kiew nicht damit abfinden. Petro Poroschenko hat per Erlass eine Behörde gründen lassen, die sich mit der Reintegration der Region befassen soll. Die Meinung der Bewohner der Halbinsel scheint den ukrainischen Staatschef dabei gar nicht zu interessieren.

 

Die neue Behörde soll unter anderem mit Umsiedlern aus der Krim arbeiten, aber auch an „strategischen Programmen für eine Rückholung der Halbinsel unter die ukrainische Rechtshoheit“ teilnehmen, wie es in Poroschenkos Erlass heißt. Am Vortag hatte die ukrainische Finanzministerin Natalia Jaresko eine „diplomatische Initiative“ für die Rückführung der Krim angekündigt.

 

Die Krim-Bevölkerung hatte bei einem Referendum im März 2014 mit mehr als 96 Prozent für eine Abspaltung von der Ukraine und eine Wiedervereinigung mit Russland gestimmt. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Umsturz in Kiew.

 

Die neue ukrainische Regierung reagierte auf den Volksentscheid mit Sanktionen: Sie ließ den Luft-, Eisenbahn- und Lkw-Verkehr mit der Krim stoppen.

 

Im Juni vergangenen Jahres versprach der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk bei einem Besuch in den USA, Kiew würde die Krim wieder unter seine Kontrolle bringen. In den Folgemonaten verhängte die Ukraine eine Lebensmittel-, Trinkwasser- und Stromblockade gegen die Halbinsel, die vorerst keine Landverbindung zum russischen Kernland hat.

 

Quelle: Sputniknews