Schweden plant die Abschiebung von bis zu 80’000 abgelehnten Asylbewerbern. Die Regierung habe die Polizei und die Einwanderungsbehörde angewiesen, diese Order umzusetzen, sagte Innenminister Anders Ygeman am Mittwochabend dem schwedischen Fernsehsender SVT.
 
 
Von September bis Dezember 2015 haben acht EU-Länder, darunter Schweden und das bei Flüchtlingen und „Flüchtlingen“ beliebteste Land Deutschland, insgesamt nur 840 Migranten aus dem Lande gewiesen. Die offizielle Sprecherin der Europäischen Kommission für Migration Natasha Bertaud erklärte, dass unter den im Dezember in der EU angekommenen Migranten, 60 % geringen Chancen auf Flüchtlingsstatus haben, denn nicht alle stammen aus Konfliktgebieten.

 

«Wir sprechen von rund 60 Tausend Menschen, aber diese Zahl könnte auf 80.000 steigen», zitiert die schwedische «Dagens Industri» die Worte des schwedischen Innenministers.

 

 

Normalerweise würden abgelehnte Asylbewerber mit Linienflügen abgeschoben, angesichts der hohen Zahl würden nun aber Charterflugzeuge angemietet. Vermutlich werde sich dies über mehrere Jahre hinziehen.

 

Im vergangenen Jahr hatten 163’000 Flüchtlinge in Schweden Asyl beantragt. Von den knapp 60’000 Anträgen, die die schwedischen Behörden 2015 bearbeiteten, erhielten 55 Prozent der Antragsteller Asyl.

 

Schweden hatte im November wieder Grenzkontrollen eingeführt, seit Januar müssen auch alle Zug- und Busunternehmen die Identitäten der Passagiere festhalten, die über die Öresund-Brücke von Dänemark nach Schweden fahren. Nach Regierungsangaben kamen seither täglich etwa hundert Flüchtlinge an, im Oktober waren es noch fast 10’000 pro Woche.

 

 

Wir bedanken uns bei Johannes Normann  für die Korrektur der deutschen Texte