In der deutschen Berichterstattung ist es keine Seltenheit, dass das, worüber berichtet wird als „Anweisung von oben“ kommt, wie der Ex-Leiter des ZDF-Studios Bonn, Wolfgang Herles, in einem Deutschlandfunk-Interview sagte. Sein ARD-Kollege erklärt den Vertrauensverlust der Zuschauer jedoch mit Machenschaften „der russischen Geheimdienste“.

 

 

„Es gibt tatsächlich Anweisungen von oben, auch im ZDF. Wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient“, erklärt Wolfgang Herles, der Ender der 80er Jahre Leiter des ZDF-Studios Bonn, von 2000 bis 2015 Redaktionsleiter und Moderator der ZDF-Kultursendung „Aspekte“ war.

 

„Solche Anweisungen gibt es. Es gab die auch zu meiner Zeit. Es gab eine schriftliche Anweisung, dass das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen. Heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen. Das ist Regierungsjournalismus und das führt dazu, dass die Menschen das Vertrauen in uns verlieren“, so Wolfgang Herles.

 

 

Einige deutsche Journalisten erklären sich jenen Vertrauensverlust allerdings nicht mit der von oben auferlegten Berichterstattungsweise, sondern mit einer „unsichtbaren Hand Moskaus“. So hat der bekannte ARD-Journalist Ulrich Wickert gegenüber der Wirtschaftswoche vermutet, dass das berüchtigte Wort „Lügenpresse“ von russischen Geheimdiensten in Deutschland verbreitet wurde:

 

„Wir erleben aktuell, dass der russische Staat Propaganda gegen deutsche Journalisten macht, um ihr Vertrauen zu erschüttern. Ich persönlich halte es nicht für ausgeschlossen, dass der russische Geheimdienst den Begriff ‘Lügenpresse’ in Deutschland verbreitet hat“.

 

Die Anmerkung des Journalisten der Wirtschaftswoche, der das Interview führte, dass es doch eigentlich die Bewegung Pegida gewesen sei, die dieses Wort eingeführt hätte, ließ Wickert von seinem Standpunkt nicht abweichen. Eben jene russischen Geheimdienste konnten seiner Meinung nach die ausländerfeindliche Bewegungen auf die Idee des Wortgebrauchs gebracht haben.

 

„Und wenn ich jetzt KGB-Chef wäre, was würde ich in Deutschland tun? Die Presse diskreditieren, indem ich ein Wort wie ‘Lügenpresse’ lanciere“, rechtfertigte Wickert seine Annahme.

 

 

Der Journalist musste zwar zugeben, dass er keineswegs Belege dafür habe, dass der russische Geheimdienst Pegida unterstützt. „Aber wir müssen darüber nachdenken!“ mahnte er.

 

Im Oktober 2015 hatte schon „ARD aktuell»-Chefredakteur Kai Gniffke einigen deutschen Sendern vorgeworfen, sie zeigten nicht selten Bilder der nach Deutschland drängenden Migranten, die nicht der Realität entsprächen.

 

„Wenn Kameraleute Flüchtlinge filmen, suchen sie sich Familien mit kleinen Kindern und großen Kulleraugen aus“, wird Gniffke von „Focus“ zitiert. In Wirklichkeit seien jedoch „80 Prozent der Flüchtlinge junge, kräftig gebaute, alleinstehende Männer“, so Gniffke.

 

Quelle: Sputniknews

Quelle auf Russisch: RIA

 

 

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