Die Uno hat die Türkei aufgefordert, fundamentale Rechte von Zivilisten in der umkämpften südosttürkischen Stadt Cizre zu beachten. Anlass des Appells ist ein Video, das der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, am Montag als «äusserst schockierend» verurteilte. Darauf seien unbewaffnete Zivilisten zu sehen, die beim Transport von Toten über eine Strasse beschossen würden. Dem Kameramann Refik Tekin, der selbst verletzt worden sei, drohe eine Haftstrafe.

 

«Das Filmen von Greueltaten ist kein Verbrechen, aber das Feuern auf Zivilisten ist sicher eines», sagte Said Raad al-Hussein. Dieser und andere Vorgänge müssten unabhängig untersucht werden. Das Auftauchen des Videos lasse auch viele Fragen aufkommen, was in Cizre und anderen Teilen der Südost-Türkei wirklich passiere und vor der Welt verborgen werde.

 

In Cizre gilt seit Mitte Dezember eine Ausgangssperre. Die Armee geht in einer Offensive gegen die PKK in der Südosttürkei vor. Nach Angaben der International Crisis Group wurden in dem Konflikt seit Juli mindestens 243 Sicherheitskräfte getötet. Die PKK habe zudem 257 getötete Kämpfer bestätigt.

 

Quelle: Neue Bürcher Zeitung