Die Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland ist ein kontraproduktiver Fehler, welcher der EU und vor allem Bayern ebenso wie Russland schadet, wie der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Alfred Gaffal, in einem Gastbeitrag für das Bayernkurier-Magazin am Dienstag schreibt.

 

„Die aktuelle weltpolitische Lage führt uns mehr denn je vor Augen: Russland ist ein wichtiger wirtschaftlicher und strategischer Partner der EU und der USA, wenn es darum geht, die globalen Herausforderungen zu lösen. Gerade im Umgang mit der Bedrohung durch den Islamischen Staat und dem Bürgerkrieg in Syrien, der die Flüchtlingskrise mit zu verantworten hat, ist Russland unverzichtbar“, betont Gaffal.

 

In diesem Hinblick habe die bayerische Wirtschaft immer die Notwendigkeit betont, am Verhandlungstisch zu bleiben und die „historisch gewachsenen guten Beziehungen“ zu Russland weiter zu pflegen.

 

Allerdings hätten die EU-Sanktionen, statt zur Lösung der Ukraine-Krise beizutragen, die Beziehungen zwischen Russland und der EU verschlechtert und eine „Entflechtung der Wirtschaftsräume“ Europas und Russlands hervorgerufen.

 

Die Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland sei ein Fehler, der kontraproduktive Auswirkungen  haben und nicht nur Russland, sondern ebenso auch der EU und vor allem Bayern schaden werde.

„Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Der Außenhandel mit Russland ist im Vergleich zum Vorjahr regelrecht eingebrochen“, so Gaffal.

 

So seien die bayerischen Ausfuhren nach Russland von Januar bis September 2015 im Vergleich zum Vorjahresniveau um ganze 36,4 Prozent gesunken, nachdem sie 2014 bereits um 13,2 Prozent zurückgegangen seien.

 

„Sehr viele bayerische Unternehmen unterhalten seit Jahrzehnten enge Beziehungen nach Russland. Genau das trägt auch zum Erhalt und Ausbau guter politischer Beziehungen bei. Deshalb müssen Annäherung und Dialog das Gebot der Stunde sein. Unsere russischen Gesprächspartner auf der letzten Delegationsreise haben uns versichert: Der Wille dazu ist da“, betont der VBW-Präsident.

 

Quelle: Sputniknews