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Foto: AFP 2016/ Tobias Schwarz

 

Am Montag hat der Arbeitsbesuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Berlin begonnen. Nach dem ersten Verhandlungstag mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel traten beide Politiker vor die Presse, um eine gemeinsame Erklärung abzugeben.

 

Merkel bemerkte bei den Verhandlungen, dass „wir weiterhin keinen nachhaltigen Waffenstillstand (im Donbass – d. Red.) haben“, obwohl ein Rückgang der militärischen Aktivitäten zu verzeichnen sei.

 

Poroschenko bestätigte ihre Worte: „Gegenwärtig haben wir ihn (den Waffenstillstand – d. Red.) nicht. Die Leute sterben immer noch an der Berührungslinie“, sagte er.

Die deutsche Kanzlerin merkte an, dass reale politische Vereinbarungen noch bevorstehen. Bisher seien die Bedingungen für eine Aussetzung der Sanktionen gegen Russland nicht gegeben, sagte sie. Wenn die Vereinbarungen von Minsk umgesetzt sein werden, würde „die Voraussetzung für die Aussetzung der Sanktionen“ geschaffen sein, doch man sei noch nicht so weit, sagte Merkel. Poroschenko bemerkte, dass die ukrainische Regierung „keine anderen Varianten sehe, als sich an die Vereinbarungen von Minsk zu halten“, doch es seien „weitere Schritte zur Erreichung des Friedens notwendig“.

 

Merkel versprach, die finanzielle Unterstützung der Ukraine fortzusetzen. Sie erinnerte daran, dass die deutsche Bundesregierung der Ukraine im Jahr 2015 im Rahmen des Aktionsplanes 700 Millionen Euro zur Verfügung gestellt habe. „Und wir wollen unsere Unterstützung 2016 fortsetzen“, resümierte sie.

 

 

Am Ende der Gespräche, nach der gemeinsamen Pressekonferenz, eilt Poroschenko – offenbar aus Freude über die versprochene Finanzhilfe – davon und vergisst, der deutschen Kanzlerin die Hand zu drücken, was ein Verstoß gegen das Protokoll ist. Merkel musste Poroschenko buchstäblich hinterherlaufen, um ihn aufzuhalten. Das protokollgemäße Händedrücken fand mit einem Lächeln beider Politiker statt.

 

 

Quelle: Sputniknews