Nach genau 14 Monaten im Amt hat der ukrainische Wirtschaftsminister Aivaras Abromavičius (40) seinen Rücktritt erklärt. Zur Begründung verweist der ehemalige litauische Banker darauf, dass seine wichtigsten Reformen auf zunehmenden politischen Widerstand stoßen.

 

„Ich habe heute beschlossen, als Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel zurückzutreten. Der Grund ist, dass die wichtigen Systemreformen in unserem Land immer vehementer blockiert werden“, sagte Abromavičius am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kiew. „Es handelt sich jetzt nicht nur um das Ausbleiben jeder politischen Unterstützung (für die Reformen – Red.), sondern auch um aktive Handlungen, um unsere Arbeit lahmzulegen.“

 

Der litauische Finanzmanager Abromavičius war am 2. Dezember 2014 zum ukrainischen Wirtschaftsminister berufen worden, um die marode Wirtschaft der ehemaligen Sowjetrepublik zu reformieren. Schon im Sommer vergangenen Jahres klagte er über massive Diebstähle aus der ukrainischen Staatsreserve.

 

Abromavičius ist nicht der einzige Ausländer in der Kiewer Regierung. Zur Finanzministerin wurde Ende 2014 die US-Bürgerin Natalia Yaresko ernannt, zum Gesundheitsminister der Georgier Alexander Kwitaschwili. Da im Kabinett nur Bürger der Ukraine tätig sein dürfen, hatte Präsident Pjotr Poroschenko den drei Ausländern zuvor die ukrainische Staatsbürgerschaft gewährt.

 

Quelle: Sputniknews