Die libanesische Hisbollah-Miliz und ihr iranischer Flügel kämpfen zusammen mit Russland und der syrischen Armee gegen ISIS. Verschiedene Medien aus Israel haben die Bewaffnung der Miliz durch Russland mit Besorgnis beobachtet. Der Journalist Yaakov Lapin aus Tel Aviv schreibt im renommierten Militärjournal Janes, dass der Einfluss Russlands auf die Hisbollah eine weitere Eskalation mit Israel verhindern kann.

 

Die Hisbollah-Miliz, die von Sayyed Hassan Nasrallh angeführt wird, war vor dem Krieg in Syrien im ständigen Konflikt mit Israel. Unermüdlich kämpften sie um die Golan-Höhen und Israel galt als Feindbild Nummer Eins. Als der Konflikt in Syrien in einen Bürgerkrieg esklalierte haben sich die Kämpfer mit den syrischen Streitkräften solidarisiert. Nachdem nun Russland auf Bitten Syriens Luftschläge gegen die Terroristen führt und die Bodentruppen bewaffneten, haben sie auch die libanesische und iranische Hisbollah-Miliz unterstützt. Über die Bewaffnung der Hisbollah durch das Russische Militär berichteten verschiedene israelische Medien mit Besorgnis.
 
Journalist Lapin, Militärexperte beim Jerusalem Post, schreibt in der Militärzeitschrift Janes.com, unter Berufung von Quellen der Israel Defense Forces (IDF), dass der russische Einfluss sich positiv auf das Verhältnis zwischen Israel und den Milizen auswirken kann. Die britische Zeitschrift liefert unter anderem OSINT-bezogene Fachinformationen aus den Bereichen Verteidigung und Sicherheitspolitik. Als Beispiel führt er einen Luftschlag im vergangenen Dezember an, nachdem die Hisbollah-Milizen verhalten auf einen Luftschlag Israels reagierten, obwohl ein Führer der Miliz ums Leben kam.
 
Der IDF gehe davon aus, dass Russlands Einfluss auf die libanesische Miliz sie an Rachfeldzügen gegen Israel hindere. Der innenpolitischen Einfluss der Miliz, die auch einen politischen Flügel besitzt und im libanesischen Parlament vertreten ist, wachse nach Auffassung des israelischen Militärs. Der IDF rechnet mit 6.000-7.000 Hisbollah-Kämpfern in Syrien.
 
Über den Kampf der Hisbollah-Miliz in Syrien berichtete das Contra Magazin im vergangenen November unter dem Titel: Die Hisbollah-Gemeinsam mit Assad gegen den „Islamischen Staat“ und die Al-Nusra Front, wo unter anderem auch der Konflikt mit Israel angesprochen wurde. Einen aktuellen Bericht über die Erfahrungen Russlands mit der libanischen Miliz kann man in englischer Sprache auf dem Analyse-Portal Alwaght.com nachlesen.
 
Russland und Israel haben im Syrien-Konflikt einen ordentlichen Draht zueinander gefunden. Als Israel eine Grenzverletzung durch einen russischen Kampfjet Ende November meldete, wurde dieses Problem laut Sputnik durch einen „heißen Draht“ schnell erledigt. Der amerikanische Kolumnist Peter Weber sieht in Russland sogar eine bessere Schutzmacht für Israel als die USA, wie er in einem Beitrag für das Portal The Week resümierte.

 

 

Autor: Kristian