Saudi Arabien und seine Verbündeten von der Arabischen Koalition bilden 150.000 Soldaten für eine mögliche Bodenoffensive gegen die Terrorgruppierung „Islamischer Staat“ in Syrien aus, berichtet der Sender CNN unter Berufung auf Quellen in saudischen Regierungskreisen. Das US-Außenamt und Riad erwägen zurzeit diese Operation.

 

Nach Angaben der Informanten sind rund 150.000 saudische, ägyptische und sudanesische Militärangehörige an einem Ausbildungsprogramm auf saudi-arabischem Boden beteiligt. Zugleich teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby mit, dass Washington und Riad eine Bodenoperation in Syrien erwägen.

 

Am Donnerstag hatte Brigadegeneral Ahmed Asser, der Berater des saudischen Verteidigungsministers, mitgeteilt, dass Saudi-Arabien sich zur Teilnahme an einer Bodenoperation gegen den Daesh bereit erklärt – allerdings nur dann, wenn die US-geführte Koalition den Einsatz beschließen sollte.

 

Eine solche Entscheidung könnte nächste Woche auf dem Nato-Gipfel in Brüssel gefällt werden, fügte er hinzu. US-Verteidigungsminister Ashton Carter bestätigte danach, dass er diese Initiative im Rahmen des Nato-Gipfels mit den Vertretern von Saudi-Arabien diskutieren werde.

 

Seit März 2011 dauert in Syrien ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 220.000 Menschenleben gefordert hat. Mehrere Millionen Syrer sind obdachlos geworden. Den Regierungstruppen stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören.

 

Die bedeutendsten dieser Gruppierungen sind die Terrororganisation „Islamischer Staat“, die am 29. Juni 2014 ein „islamisches Kalifat“ in den von ihr kontrollierten Gebieten ausgerufen hatte, sowie die Rebellengruppe Dschabhat al-Nusra. 2014 konnte der IS überraschend einige Teile des benachbarten Irak erobern.

 

Darüber hinaus drängen die Dschihadisten, die in Syrien und dem Irak schätzungsweise insgesamt 90.000 Quadratkilometer kontrollieren, nach Libyen.

 

Die von den USA geführte Koalition fliegt seit September 2014 Einsätze auf die IS-Stellungen in Syrien, unter Umgehung des UN-Sicherheitsrates und ohne ihre Handlungen mit den örtlichen Behörden zu koordinieren. Russland hatte auf Bitte von Syriens Präsident Baschar al-Assad am 30. September 2015 mit Luftschlägen gegen IS-Stellungen begonnen.

 

Quelle: Sputniknews