Der Politikwissenschaftler und ehemalige Außenminister der USA ruft die beiden Weltmächte zu einem ständigen Dialog auf. Beim Einsatz in Syrien sollten sowohl die USA als auch Russland ein gemeinsames Ziel verfolgen. Andernfalls wird die Situation immer gefährlicher.

 
Am vergangenen Mittwoch traf sich Kissinger mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Horst Seehofer. Das Treffen wurde weitestgehend positiv gewertet. Der in Fürth geborene Deutsch-Amerikaner sei der Ansicht, dass „sowohl Russland als auch die USA daran interessiert sind, dass in der Welt keine unkontrollierbaren Gebiete entstehen“, berichtet die russische Nachrichtenagentur Sputnik unter Berufung auf ein Interview in den russischen Medien.
 


 
„Es ist deswegen sehr wichtig, dass Russland und die USA ununterbrochen einen Dialog führen“, so Kissinger weiter. Kissinger spricht als ehemaliger Außenminister und nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten aus Erfahrung. In seiner aktiven Zeit als Außenpolitiker betrieb er zunächst eine aggressive Realpolitik gegen die Sowjetunion und war danach ein Befürworter der Entspannungspolitik zwischen Ost und West. In der Ukraine-Krise nahm Kissinger 2014 Präsident Putin in Schutz, indem er Putin nicht als treibende Kraft im Konflikt sah.

 

Kissinger ist heute prominter Gast in Funk und Fern und renommierter Buchautor. In seinem aktuellen Werk „Weltordnung“ sieht er die Westfälischen Prinzipien als bis heute geltende Grundlage der internationalen zwischenstaatlichen Beziehungen. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Politik Metternichs, die in eine „Heilige Allianz“ zwischen Deutschland, Österreich und Russland im Jahre 1815 führte, der sich drei Jahre später auch Frankreich anschloss. Diese Konstellation war ein Garant für über 30 Jahre Frieden auf dem Kontinent Europa.
 
Христиан Ленхарт für News Front