Rund 200.000 Einwohner der Osttürkei haben in den letzten Monaten wegen bewaffneter Zusammenstöße zwischen Armee und kurdischen Aktivisten ihre Häuser verlassen, wie der Chef des Wohltätigkeitsfonds „GÖC-Der“, Yilamz Kan, zu SputnikNews sagte.

 

„Im gesamten türkischen Kurdistan gibt es Zusammenstöße, Zivilisten verlassen massenweise ihre Häuser. Aus der Stadt Cizre (Provinz Sirnak) sind rund 100.000 Menschen und aus dem Bezirk Sur der Stadt Diyarbakir rund 35.000 geflüchtet. Insgesamt rund 200.000 Menschen haben ihre Häuser verlassen“, so Kan.

 
Laut dem Fonds-Chef sind die meisten Flüchtlinge in ihrer oder einer benachbarten Stadt bei ihren Verwandten und Freunden einquartiert.
 
Viele Häuser sind zerstört. Laut Augenzeugenberichten sind die Städte Cizre und Silopi in der Provinz Sirnak am schwersten betroffen.
 
„Die Situation steht noch unter Kontrolle. Wenn aber der Konflikt sich  ausbreiten sollte, werden die Menschen in die Westtürkei oder sogar nach Europa fliehen“, sagte Kan.
 
Heftige Kämpfe zwischen der türkischen Armee und PKK-Aktivisten (Mitgliedern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans) halten in Sur, der historischen Altstadt von Diyarbakir, weiter an.
 
Die türkischen Behörden hatten im Dezember 2015 in mehreren von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes eine Ausgangssperre angeordnet.
 
Nach Angaben des türkischen Generalstabes sind seit Mitte Dezember rund 850 Kurdenkämpfer getötet worden. Kurdenvertreter behaupten allerdings, die meisten der Todesopfer seien Zivilisten.
 
Quelle: Sputniknews