Trotz der Wirtschaftsprobleme gibt Russland laut Außenminister Sergej Lawrow seine geopolitischen Interessen nicht auf.

 

In einem Interview für die Tageszeitung „MK“ sagte Lawrow, er denke nicht, dass die russische Wirtschaft in den letzten Monaten zur Geisel der Außenpolitik des Landes geworden sei.

 

Er wolle nicht sagen, dass Russland seine Wirtschaftsinteressen vernachlässigen müsste. Im Gegenteil: Russland müsse sich anstrengen, um „denkbar günstige Bedingungen“ für ein Wachstum zu schaffen, sagte Lawrow. Doch könne ein Land wie Russland „sich nicht wie ein Fähnchen im Wind drehen“ – je nach dem Wunsch der Weltmächte, „die glauben, über das Schicksal aller Menschen auf dem Planeten entscheiden zu dürfen“.

 

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich nach dem Umsturz in der Ukraine von 2014 dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die  eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und — auf ihr Drängen hin — die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln.

Quelle: Sputniknews