Das ukrainische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel teilte mit, dass in den ersten 11 Monaten von 2015 der gesamte Export der Ukraine um 30,9 % eingebrochen ist, während der Export in EU-Länder um 26 % zurückgegangen ist. Von den 26 % sollen (nur) 10,5 % Prozentpunkte dem Krieg im Osten des Landes geschuldet sein.

 

Für die Ukraine ist das besonders bitter, da die EU als eine Art Russland-Ersatz angesehen wird. Beide Länder führen einen Handelskrieg, der letztes Jahr den ukrainisch-russischen Handelsumsatz fast halbiert hat. Wie wichtig die russische Wirtschaft für die Ukraine ist, zeigt die Tatsache, dass Russland trotz allem der größte Handelspartner bleibt Neue Märkte bleiben währenddessen unerschlossen, was schon 2014 zu einem Export-Rückgang von fast 14 % und 2013 von 8 % geführt hat.

 

 

Industrielle Erzeugnisse werden ausgerechnet von den EU-Staaten nicht nachgefragt und stellen eher eine ungewollte Konkurrenz dar. Dennoch ist seit dem 1. Januar 2016 das Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und der EU in Kraft, was zu einer Beendigung des Freihandelsabkommen mit Russland geführt hat. Ukrainische Unternehmen werden es nun noch schwieriger haben, ihre Produkte in Russland abzusetzen und gleichzeitig müssen sie verstärkt gegen europäische Konkurrenz auf dem eigenen Markt kämpfen.

 

Betroffen ist vor allem der Maschinenbau, der ums Überleben kämpft. Betrug der Maschinen-Export 2012 noch 13,3 Mrd. $, waren es 2014 nur noch 7,4 Mrd. $. Ein Ende des freien Falls ist nicht in Sicht. Die einzige Branche, der es relativ gut geht, ist (immer noch) die Landwirtschaft.

 

Irreparable Deindustrialisierung und Marktverlust scheinen unausweichlich beim jetzigen Kurs der ukrainischen Regierung. Und schon bald könnte die Ukraine wortwörtlich zur „Kornkammer Europas“ werden. Kein Witz: Das ukrainische BIP pro Kopf ist laut dem IWF auf dem gleichen Niveau wie das der Republik Kongo und hinter Staaten wie dem Sudan, Papua-Neuguinea und Nigeria.

 

Von Anton Jaru

Quelle: NEOPresse