Das ukrainische Innenministerium hat ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem vom Odessaer Gebietsgouverneur Michail Saakaschwili veröffentlichten Video eingeleitet, das ukrainische Blockposten im Donezbecken (Donbass) zeigt. Das sagte der Donbass-Beauftragte des ukrainischen Präsidenten, Andrej Lyssenko, gegenüber der „Nowaja Gaseta“.

Wie der ukrainische Fernsehsender „1+1“ zuvor berichtete, hatte Saakaschwili im Internet ein Video veröffentlicht, auf dem Standorte von ukrainischen Blockposten im Donbass und eine Operationskarte zu sehen sind. Dem Sender zufolge hatte Saakaschwili das Video bei seinem jüngsten Besuch vor Ort im Gebiet der Militäroperation im Donbass aufgenommen, wo er zudem Kämpfer des Bataillons „Storm“ (auf Deutsch — Sturm) besuchte. Auf dem Video seien ein geheimer Wachposten, die Gesichter einiger Kämpfer sowie die Operationskarte mit Erläuterungen des Kommandeurs zu sehen, hieß es.

 

 

Saakaschwili habe ein frisch gemachtes, eindeutiges Video von der Vorderlinie der Front ins Internett gestellt und damit ukrainische Stellungen aufgedeckt, sagte Lyssenko. „Das, was Journalisten streng verboten ist, hat ein ranghoher Staatsbeamter gemacht. Wie ich glaube, müssen die Militärstaatsanwaltschaft und der Sicherheitsdienst ihre Einschätzung dazu geben. Soviel ich weiß, hat das Innenministerium bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, so Lyssenko.

 

Ihm zufolge müssen die auf dem Video gezeigten Soldaten nun von der Vorderlinie der Front abgezogen werden. „Ein solches ‚Kino‘ muss nach mehreren Artikeln des Strafgesetzbuches geahndet werden. Allerdings werden von der Militärstaatsanwaltschaft eingeleitete Ermittlungen nie publik gemacht. Ein endgültiger Beschluss wird vom Gericht gefasst“, so Lyssenko.

 

Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 eine militärische Operation gegen die selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk begonnen. Nach den jüngsten UN-Angaben hat der Konflikt bereits 9.000 Menschenleben gefordert. Die Beilegung des Donbass-Konflikts wird im Rahmen der Verhandlungsrunden der Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk besprochen, die seit September 2014 drei Dokumente zur Deeskalation angenommen hat.

Quelle: Sputniknews