Ein möglicher Zerfall der Schengen-Zone kann deren Mitglieder bis zu 18 Milliarden Euro kosten, wie die Deutsche Welle unter Berufung auf einen am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Bericht der EU-Kommission berichtet.

 

Extra-Maßnahmen zu erneuten Grenzkontrollen allein könnten nach Berechnungen der EU-Kommission bis zu 7,1 Milliarden Euro verschlingen.

 

Zuvor hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Junker erklärt, die bislang wiedereingeführten Kontrollen würden rund drei Milliarden Euro pro Jahr kosten.

 

Außerdem verwies die EU-Kommission auf die indirekten Kosten, die eine Abschaffung der Schengen-Zone verursachen könnte. Vor allem betreffe das die Verkehrs- und Logistikbranche sowie den Arbeitsmarkt.

 

Bei einer eventuellen Rückkehr zur Visumpflicht kämen auch auf die Touristikbranche Einbußen zwischen zehn und 20 Milliarden Euro jährlich zu.

 

Zugleich forderten Brüssel und weitere EU-Länder von Griechenland größere Anstrengungen zur Lösung der Migrationskrise und des Schutzes des EU-Außengrenzen.

 

Dabei betonte der EU-Kommissar für Migrationsfragen, Dimitris Avramopoulos, die Lage Griechenlands wäre nicht so schwierig, wenn andere EU-Staaten Griechenland unterstützen würden.

 

Die Zuwanderungskrise in Europa hat sich im Zusammenhang mit dem wachsenden Flüchtlingsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt. Die Zahl der Migranten aus Unruhegebieten des Nahen Ostens und Nordafrikas steigt noch immer rasant an.

 

In die EU-Länder sind im Jahr 2015 mehr als eine Million Migranten eingereist. Experten zufolge handelt es sich um die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

 

Quelle: Sputniknews