Die Nato will der EU bei der Bekämpfung des Menschenschmuggels über das Ägäische Meer helfen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

 

Die Verteidigungsminister der Allianz haben damit auf den gemeinsamen Hilfeantrag der Türkei, Griechenlands und Deutschlands positiv reagiert. „Unser Ziel ist, die illegale Menschenbeförderung bzw. die illegale Migration im Ägäischen Meer zu stoppen“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

 

Zu diesem Zweck wurde beschlossen, unverzüglich zusätzliche Marinekräfte der Allianz in diesen Raum zu verlegen. Im Ägäischen Meer befinden sich bereits die Schiffe „Vicksburg“ (USA), „Fredericton“ (Kanada), „Turgutreis“ (Türkei), „Spessart“ (Deutschland), „Aliseo“ (Italien) und „Regina Maria“ (Rumänien).

 

Der Nato-Einsatz wird voraussichtlich in engem Kontakt mit der Küstenwache der jeweiligen Länder und mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex verlaufen. Stoltenberg verwies darauf, dass türkische und griechische Schiffe im Sinne einer speziellen Vereinbarung nicht im griechischen bzw. türkischen Hoheitswasser eingesetzt werden.

 

US-Verteidigungsminister Ashton Carter teilte seinerseits mit, dass der Nordatlantische Rat (das höchste Exekutivgremium der Nato) das Militärkommando des Bündnisses beauftragt habe, diverse Varianten zur Unterstützung der EU-Länder bei der Bekämpfung der Flüchtlingskrise zu erarbeiten.

 

Stoltenberg unterstrich weiter, es gehe dabei „nicht um das Aufhalten bzw. Zurückdrängen von Booten mit Flüchtlingen“, sondern lediglich um die Beobachtung bzw. Aufklärung. Entsprechende Informationen werden an die Europäer weitergeleitet. „Wir bemühen uns um die Stabilisierung des durch den Flüchtlingsansturm ausgelösten Problems. Das bedeutet nicht, dass wir diese Krise unmittelbar lösen“, so der Nato-Chef.

 

Quelle: Sputniknews