Die Erklärung des US-Außenministers, die USA seien im Notfall zu einer Bodenoperation in Syrien bereit, ist laut dem russischen Premier Dmitri Medwedew überflüssig gewesen, da die Krisenregelung nur auf diplomatischem Wege erfolgen kann – und zwar unter Beteiligung des syrischen Präsidenten Baschar Assad.

 

In einem TV-Interview erinnerte Medwedew gegenüber Euronews an den Kommentar des US-Außenministers Kerry, die USA seien bereit, gemeinsam mit anderen Staaten eine Bodenoperation durchzuführen, wenn Russland und der Iran nicht helfen würden. Dazu sagte der russische Ministerpräsident: „Diese Worte waren überflüssig, er hätte das lieber nicht sagen sollen. Und das aus dem einfachen Grund: Nur wenn er einen dauerhaften Krieg erwirken möchte, dann kann er natürlich einen Bodeneinsatz und alles andere beginnen.“

 

„Er braucht aber nicht den Teufel an die Wand zu malen. Er muss so verhandeln, wie es jüngst in den Gesprächen mit Außenminister Lawrow gemacht wurde, und nicht ankündigen, dass – ‚wenn etwas schiefgeht – wir (die USA – Anm. der Red.) zusammen mit arabischen Staaten eine Bodenoperation einleiten werden‘“, so Medwedew.

Früher hatte Kerry erklärt, es sei notwendig die Möglichkeiten einer Bodenoperation gegen den Daesh (auch Islamischer Staat, IS) zu untersuchen. Ausschließlich aus der Luft sei kein Sieg über die Terroristen zu erzielen. Bislang bekämpfen nur die syrische Regierungsarmee und kurdische Militäreinheiten den IS in Syrien am Boden.

 

Weiter betonte der russische Premier im Euronews-Interview noch einmal die Position Russlands, dass der syrische Präsident Baschar Assad unbedingt an der Krisenregelung in seinem Land beteiligt werden müsse. Sein Schicksal würde vom Volk Syriens entschieden werden. Verliert er dessen Unterstützung, sei er bereit, sein Amt zu verlassen.

 

In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 250.000 Menschenleben gefordert hat. Den Regierungstruppen stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören. Die aktivsten dieser Gruppierungen sind die Terrororganisation Islamischer Staat und die Rebellengruppe Dschabhat al-Nusra. Seit dem 30. September dieses Jahres fliegt die russische Luftwaffe auf Bitte von Präsident Baschar al-Assad Angriffe gegen IS-Objekte in Syrien.

 

Quelle: Sputniknews