Bei Zusammenstößen zwischen Kurden und der Armee im türkischen Kurdistan sind in den vergangenen sechs Monaten mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen, darunter 50 Kinder und 120 Frauen, sagte Selma Irmak, Abgeordnete der „Demokratischen Partei der Völker“ und Co-Vorsitzende des „Kongresses der demokratischen Gesellschaft“ gegenüber RIA Novosti.

 

“Soweit ich weiß, sind allein in den vergangenen zwei Monaten mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Seit Ausbruch des Konfliktes, d. h. seit September, sind über 500 Menschen getötet worden, darunter 50 Kinder, 120 Frauen, viele alte Leute. Es gibt viele zufällige Passanten, Zivilisten. Es werden immer mehr“, so Irmak: „Unter den kurdischen Kämpfern gibt es viel weniger Tote als unter den friedlichen Einwohnern.“

 

Die Abgeordnete vermutet ein weiteres Anwachsen dieser Zahlen nach Bekanntgabe der genauen Anzahl von Toten in der Stadt Cizre der Provinz Sirnak.

 
Am Vortag habe der Generalstab der türkischen Armee den Abschluss eines Sondereinsatzes in dieser Stadt verkündet, genaue Totenzahlen seien vorläufig unbekannt, unterstrich Irmak.

 

Die türkischen Behörden hatten im Dezember 2015 in mehreren von Kurden bewohnten Regionen im Südosten des Landes eine Ausgangssperre angeordnet. Betroffen sind der Stadtbezirk Sur in Diyarbakir, die Städte Cizre und Silopi in der Provinz Sirnak sowie die Städte Nusaybin und Dargecit in der Provinz Mardin.

 

Die Straßenkämpfe zwischen Soldaten und Kurdenkämpfern halten in Cizre und Sur weiter an. Nach Angaben des türkischen Generalstabs sind seit Mitte Dezember bei Sonderoperationen rund 850 Kurdenkämpfer getötet worden.

 

Laut kurdischen Aktivisten handelt es sich bei den Toten hauptsächlich um zufällige Opfer unter Zivilisten.

 

Rund 200.000 Menschen mussten ihre Häuser aus Angst verlassen, getötet zu werden.

 

Selma Irmak wurde 1971 im türkischen Kurdistan geboren. Sie verbrachte insgesamt 14 Jahre in türkischen Gefängnissen wegen des Verdachts, Beziehungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans unterhalten zu haben.

 

Quelle: Sputniknews