Der türkische Präsident Tayyip Erdogan ist nach Ansicht von Alexej Puschkow, Chef des auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, ein unberechenbarer Politiker und könnte sich zu einer Invasion in Syrien entschließen.

 

„Es entsteht der Eindruck, und das russische Verteidigungsministerium berichtete ebenfalls darüber, dass die Türkei bestimme militärische Vorbereitungen tritt, um eine solche Invasion möglich zu machen“, sagte er vor Journalisten in Athen.

 

Die jetzige Entwicklung in Syrien sei für Ankara äußerst verlustbringend, weil die von der Türkei unterstützte bewaffnete Opposition Niederlagen erleidet. „Wir wissen gut, dass die Türkei Kontakte zu IS-Milizen hat“, fügte Puschkow hinzu. „Der IS verliert dabei ebenfalls schrittweise seine Positionen.“

 

„Zugleich kann ich mir schwer vorstellen, wie eine solche militärische Intervention umgesetzt werden soll, weil es in diesem Fall unweigerlich zu Kampfhandlungen zwischen den türkischen Truppen und den Kurden kommen würde. Die Kurden sind dabei die wichtigsten und faktisch die einzigen US-Verbündeten auf syrischem Territorium. Dies würde die ohnehin ernsthafte Situation weiter  äußerst stark erschweren.“

 

Auf Möglichkeiten der EU angesprochen, die Politik der Türkei zu beeinflussen, äußerte Puschkow, dass die Einstellung Europas zu Erdogan und zur Türkei äußerst skeptisch sei.

 

„Eine Reihe von Ländern Europas erklären öffentlich, die Türkei werde niemals ein EU-Mitglied“, so Puschkow.

 

„Das Vorgehen der Türkei, als sie die russische Su-24 abgeschossen war, wurde in der Nato inoffiziell äußerst hart wegen Unverantwortlichkeit und auch deshalb kritisiert, weil für diese Aktion keine Notwendigkeit bestand. Offiziell hat aber die Nato ihren Verbündeten in vorsichtigen Ausdrücken unterstützt.“

 

Die Türkei sei eine wichtige Nato- und US-Stütze im Nahen Osten. „Der Stützpunkt in Indschirlik ist für die US-Operationen in dieser Region von absolut zentraler Bedeutung“, betonte der russische Außenpolitiker.

 

Nach seiner Ansicht ist man in den USA sich dessen bewusst, dass eine Invasion der Türkei die Aussichten für eine politische Regelung in Syrien durchkreuzen würde.

 

Quelle: Sputniknews