Der Gouverneur des Gebiets Odessa und ehemalige Präsident Georgiens, Michail Saakaschwili, hat sich gegen eine Zusammenarbeit der Ukraine mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgesprochen, berichtet das Internet-Portal „KorrespondenT.net“.

 

„Je länger wir nichts tun, desto mehr Bedingungen werden sie (der IWF – Anm. d. R.) uns stellen. Für uns wäre es eine ideale Situation, wenn es den IWF hier überhaupt nicht geben würde. In Georgien haben wir uns innerhalb von einem Jahr vom IWF befreit. Viele Jahre meiner Präsidentschaft habe ich ohne IWF verbracht und der IWF-Chefin Lagarde keine Rechenschaft abgelegt“, sagte Saakaschwili.

 

Außerdem habe der Gouverneur des Gebiets Odessa die Tätigkeit des Fonds mit der Arbeit eines Chirurgen verglichen, so das Portal.

 

„Der IWF ist wie ein Chirurg. Wenn an deinem Finger ein Verband angelegt werden muss, sagte er: Wieso, wir wollen den ganzen Arm abschneiden, um sich nicht abzumühen und nichts zu riskieren“, so Saakaschwili.

 

Später schlug der Gouverneur in seinem Facebook-Account einen sanfteren Ton an, indem er sagte, dass die Journalisten seine Worte „offensichtlich verdreht“ hätten.

 

„Ich habe gesagt: Wenn ich zwischen örtlichen Kleptokraten vollkommen ohne Kontrolle und dem IWF mit Kontrolle wählen müsste, so würde ich eindeutig den IWF wählen. Dennoch muss man danach streben, dass uns nicht Kleptokraten regieren und dass die Wirtschaft wächst. Und dann werden auch keine IWF-Programme erforderlich sein“, schrieb er.

 

Saakaschwili war Ende Mai 2015 zum Gouverneur des ukrainischen Gebietes Odessa ernannt worden.

 

Quelle: Sputniknews