„Putin wird dafür bezahlen müssen“, was wie die Drohung des Revolverhelden in einem Western klingt, ist eine Äußerung von Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag. Röttgen nimmt Bezug auf Putins Syrienpolitik.

 

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Mit solch brachialen Äußerungen ist es aber für Röttgen nicht getan. Er wirft Russland vor, dass es ihm in Syrien um das „bewusste Töten von Menschen geht“. Kurz gefasst, die Russen seien Mörder, Killer, die nur darauf abzielen Menschen zu töten. Das sei ihr Ziel in Syrien. Ist das die Sprache der Diplomatie, einer Außenpolitikers oder die Sprache eines Hetzers?

 

Damit nicht genug, Röttgen hat noch mehr zu bieten, er wirft Russland „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor. Dies ist ein Straftatbestand im Völkerstrafrecht. Erstmals wurde dieser Straftatbestand in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen eingesetzt. Die russische Regierung auf einer Ebene mit den Schergen des Nazi-Systems, das ist das Weltbild des Bilderbergers Norbert Röttgen.

 

Es ist überhaupt nicht verwunderlich, dass führende Außenpolitiker in der Bundesrepublik Deutschland sorgfältig ausgewählt werden. Somit ist es klar, dass auch Röttgen voll die Interessen der NATO und der USA vertritt. Er tut dies aber in einer derart brutalen und perfiden Weise, dass man ihn schon fast als den John McCain der deutschen Politik bezeichnen könnte. Letztlich ist das aber doch zu viel der Ehre für einen von Bundeskanzlerin Angela Merkel entlassenen Minister. Anscheinen will sich Röttgen nun profilieren und versucht sich für höhere Aufgaben zu empfehlen, indem er derartige Schimpfkanonaden loslässt. Schon öfters in der Vergangenheit versuchte er sein kleines Fähnchen in den Wind des Zeitgeistes zu hängen und als Opportunist aufzusteigen.

 

So unerfreulich solche Menschen sind, zumindest kann man daran erkennen, was die Stunde im Westen geschlagen hat: Der Westen will durch eine scharfe Konfrontation den eigenen Verfall aufhalten und seine alten Institutionen wie die NATO wiederbeleben. Er hat dabei aber übersehen, dass sein Fundament bereist zerbröckelt ist. Die Welt hat sich grundlegend verändert, die Macht des Westens ist geschwunden. Die neuen Zeiten sind bunter als die Schwarzweißmalerei der NATO-Strategen.

 

 

Von Dr. Christian Weilmeier