Die meisten Bürger Russlands sind nicht zu einer Wiederaufnahme der Kontakte zwischen der Russischen Föderation und der Türkei auf politischer Ebene bereit, ein Drittel von ihnen besteht auf der Einstellung beliebiger Kontakte zwischen Moskau und Ankara, teilte das Meinungsforschungsinstitut WZIOM nach einer Umfrage mit.

Auf die Frage der Soziologen, welche Politik der Kreml künftig betreiben sollte, reagierten die Befragten so: 35 Prozent stimmten dem vollen Abbruch der Beziehungen zu, weitere 33 Prozent sind nicht gegen eine Zusammenarbeit in der sozialen Sphäre und in der Wirtschaft, meinen aber, das Gegenüberstehen auf politischer Ebene müsse fortgesetzt werden.

 

„Auf dieselbe Frage hinsichtlich der Ukraine haben die Befragten vor zwei Wochen etwas milder geantwortet, und bezüglich der USA waren sie viel wohlwollender gestimmt (nach den Angaben für Oktober 2015)“, heben die Soziologen hervor.

 

Die bilateralen Beziehungen zur Türkei bewerten die Bürger Russlands gegenwärtig negativ: 23 Prozent bezeichnen sie als feindlich, 47 Prozent – als angespannt, 14 Prozent – als kühl. Nur einer von hundert Befragten meint, diese Beziehungen seien freundschaftlich und gutnachbarlich.

 

Die Bürger Russlands beobachten auch keinen Fortschritt in den Beziehungen zwischen den Ländern. Fast die Hälfte behauptet, dass die Spannung nur zunehme, und jeder Dritte bemerkt keinerlei Veränderungen.

 

Die Beziehungen zwischen Moskau und Ankara stecken seit dem 24. November 2015 in der Krise, als an der syrischen Grenze ein russischer Bomber Su-24 von einem türkischen Kampfjet F-16 abgeschossen wurde. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte das einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“ und unterzeichnete einen Erlass über die Gewährleistung der nationalen Sicherheit und besondere wirtschaftliche Maßnahmen hinsichtlich der Türkei.

 

Die WZIOM-Umfrage wurde am 6. und 7. Februar unter 1.600 Personen in 130 Ortschaften Russlands durchgeführt. Der statistische Fehler liegt nicht über 3,5 Prozent.

 

Quelle: Sputniknews