Etwa 800 Menschen haben sich am Dienstag in Kiew vor der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) versammelt. Sie forderten mit kreativen Formen den Rücktritt des Premierministers Arsenij Jazenjuk.

 

Unter den Protestlern waren Vertreter der nationalistischen Partei „Swoboda“ (Freiheit), „Kongress Ukrainischer Nationalisten“ sowie der UNA-UNSO (Ukrainische Nationalversammlung — Ukrainische Nationale Selbstverteidigung), welche in Russland als extremistische Vereinigung verboten ist.

Neben Partei-Flaggen der teilnehmenden Organisationen und Plakaten mit Losungen gegen die Regierung schlugen die Demonstranten auf eiserne Fässer ein und skandierten „Jazenjuk entlassen!“. Eine Puppe mit Jazenjuk-Gesicht und Kaninchen-Ohren sowie der Aufschrift „Senja“ (kürz für Arsenij – Anm. d. Red.) sollte augenscheinlich den ukrainischen Premier lächerlich machen. Die Demonstranten brachten außerdem Käfige mit lebenden Kaninchen mit, die sie mit der Aufschrift: „Kaninchen gehören in den Käfig, nicht ins Ministerkabinett“ präsentierten.

 

Der ukrainische Ministerpräsident wird von seinen Kritikern seit langem als „Kaninchen“ bezeichnet, weil er angeblich ebenso „mutig und klug“ sei. Das Kaninchen ist in slawischen Märchen häufig ein dümmlicher Feigling.

 

Außerdem stand ein Käfig mit einem Hahn und der Aufschrift „Awakow“ als symbolische Botschaft für den Innenminister Arsen Awakow, der hinter Gitter gebracht werden soll.

 

Am Dienstag hatte sich die Werchowna Rada den Bericht über die Arbeit des Ministerkabinetts angehört. Das Parlament hat die Tätigkeit des Kabinetts als unzufriedenstellend eingestuft. Danach wurde der Entwurf einer Resolution registriert, mithilfe derer dem Kabinett das Misstrauen ausgesprochen werden sollte. Das Misstrauensvotum ist allerdings gescheitert. Bei der Abstimmung am Dienstagabend wurde Jazenjuks Absetzung von nur 194 Abgeordneten unterstützt, während das beschlussfähige Mehrheitsminimum im ukrainischen Ein-Kammer-Parlament bei 226 Stimmen liegt.

Quellen: SputniknewsRuptly TV