Die Bewohner der nordsyrischen Stadt Burj Islam in der Provinz Latakia haben Hilfsgüter von den syrischen Behörden und aus Russland erhalten.

 

Burj Islam liegt an der Mittelmeerküste, etwa 12 Kilometer nördlich von Latakia und hat mehr als 20.000 Einwohner. Die überwiegende Mehrheit sind syrische Turkmenen bzw. Turkomanen (türkisch-stämmige Minderheit in den Grenzgebieten Syriens). Das Überleben der Städter, die ebenso wie ihre Landsleute Geiseln des blutigen Konflikts in ihrem Land geworden sind, hängt mittlerweile stark von der Unterstützung von außen ab.

 

Vor der Verteilung der Hilfsgüter versicherte der Bürgermeister von Burj Islam, Zubayr Irik, gegenüber Journalisten, dass seine Stadt dank der Unterstützung Russlands und der syrischen Zentralbehörden mit allem Notwendigen versorgt sei.

 

„Heute ist für uns ein Festtag – wir verteilen Hilfsgüter unter den Turkomanen. Diese Hilfe ist vor allem für die Familien jener bestimmt, deren Männer im Krieg verletzt oder getötet wurden oder verschollen sind“, sagte Irik.

 

Ihm zufolge kommt ein wesentlicher Teil der in Burj Islam lebenden Menschen aus vom Krieg zerstörten Regionen Syriens. „Wir hatten keine Probleme mit der Aufteilung der Flüchtlinge. Viele Bürger der Stadt haben sie in ihren Häusern aufgenommen“, sagte der Bürgermeister.

 

„Die hiesigen Bewohnen sind vor allem in der Landwirtschaft beschäftigt: Sie bauen Obst und Zitrusfrüchte an. Wir besitzen hierzu eine gut entwickelte Infrastruktur. Wir unterstützen den Präsidenten Baschar Assad. Er ist der Garant für unsere Sicherheit und gibt uns alles, was wir brauchen“, stellte der Beamte fest.

 

Ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit und der Nähe zur türkischen Grenze identifizieren sich die Menschen eindeutig als Bürger Syriens. „Uns verbindet nichts mit der Türkei. Wir sind mit ihrer Politik nicht einverstanden und jeder von uns ist bereit, sich dem Regime des Präsidenten Erdogan entgegenzustellen. Sie wissen sehr gut, dass Syrien ein multinationaler Staat ist, und Erdogan vertritt weder uns noch unsere Interessen“, sagte Ibtisam, eine Einwohnerin der Stadt.

 

„Er versucht der Weltgemeinschaft weiszumachen, dass wir Hilfe brauchen. In Wirklichkeit aber brauchen wir von ihm nichts“, betonte sie.

 

Die türkische Artillerie beschießt bereits seit vier Tagen immer wieder die Positionen der kurdischen Selbstverteidigungskräfte im Norden von Aleppo – in Minneh, Afrin und in mehreren Dörfern, aber auch syrische Armeestellungen im Norden der Provinz Latakia. Wie das Kommando der syrischen Volkswehr sagte, decken die türkischen Streitkräfte die Kämpfertruppen in den grenznahen Ortschaften. Die Kurden und die syrische Volkswehr registrieren immer wieder Grenzübertritte bewaffneter Kämpfer und mit Maschinengewehren bestückter Jeeps im Raum des Grenzübergangs Bab al-Hawa aus der Türkei nach Syrien.

 

Quelle: Sputniknews