Ankara rasselt mit dem Säbel und schiebt damit die Erzielung einer Friedensvereinbarung zu Syrien hinaus, schreibt der Türkei-Experte in der internationalen Presse, Robert Ellis, in seiner Kolumne für „The Independent“.

 

Die Situation in Syrien erinnere an dreidimensionales Schach, das ohne Regeln gespielt wird.

 

Die Internationale Unterstützungsgruppe für Syrien unter Ägide der Uno hatte die Aufgabe, der Gewalt ein Ende zu setzen; das wird durch das Anheizen aggressiver Stimmungen durch Ankara erschwert. Für den Präsidenten der Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, gebe es eine letzte Chance, etwas am Verlauf des Syrien-Krieges zu ändern, denn seine Strategie, den syrischen Präsidenten Bashar Assad zu stürzen, sei gescheitert, als Russland in den Konflikt eingegriffen habe, schreibt der Journalist.

 

„(…) Die unheilvollste Bedrohung seitens der Türkei sind die Erklärungen über den möglichen Beginn einer Bodenoperation in Syrien, angeblich zur Bekämpfung des ‚Islamischen Staates‘ (IS, in Russland verboten), in Wirklichkeit aber richtet sie sich gegen die Kurden und ihre Absichten, eine Autonomie an der Grenze zur Türkei zu gründen. Saudi-Arabien und sein selbstsicherer Verteidigungsminister Mohammed ibn Salman, der mit dem saudischen Krieg gegen die Huthi-Milizen im Jemen deutlich unzufrieden ist, unterstützen die Pläne der Türkei“, heißt es in dem Artikel.

 

Der türkische Präsident kämpfe gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK und die kurdischen Volksmilizen in Syrien, die erfolgreich den IS angreifen. In den letzten Tagen habe das türkische Militär die syrischen Kurden beschossen. Russland habe ein Treffen im UN-Sicherheitsrat initiiert, um von Ankara die Einstellung des Beschusses gegen Positionen der syrischen Kurden zu erwirken, und die USA und die EU haben an die türkischen Behörden appelliert, Zurückhaltung zu zeigen. Ankara habe diese internationalen Appelle allerdings ignoriert, erinnert Robert Ellis.

 

Obwohl der türkische Premier Ahmet Davutoğlu zuvor erklärt hatte, Ankara habe „keine unverzüglichen Pläne“ für eine Bodenoperation in Syrien, sei deutlich eine Verstärkung der türkischen Militärpräsenz an der Grenze zu Syrien zu beobachten. Erdoğan sehe sich versucht, im Syrien-Konflikt alles auf eine Karte zu setzen, aber sollte er dies tun, „wird er sich zusammen mit der Türkei ins Verderben stürzen“, meint der Autor des Artikels in „The Independent“.

 

Quelle: Sputniknews